Ausgabe 4/2026

29. April 2026

Geopolitik wird lauter – Unternehmensgewinne bleiben entscheidend

Sehr geehrte Damen und Herren,

die vergangenen Wochen haben erneut gezeigt, wie eng Weltpolitik, Energiepreise, Inflationserwartungen und Kapitalmärkte miteinander verbunden sind. Der Krieg der USA gegen Iran bleibt ein zentrales Risiko. Jede Störung bei der Ölversorgung kann weltweit Folgen haben: höhere Energiepreise, steigende Transportkosten, zunehmende Inflationserwartungen und damit auch die Gefahr, dass Zinsen länger hoch bleiben oder erneut steigen.

Gleichzeitig wäre es zu kurz gedacht, nur auf Krisen und Schlagzeilen zu schauen. Im Hintergrund entwickeln sich zwei große Linien: Viele US-Unternehmen zeigen weiterhin eine bemerkenswerte Gewinnstärke. Und weltweit ordnen sich Macht- und Interessensblöcke neu.

Für uns Anleger bedeutet das: Nicht jede Nachricht verlangt eine schnelle Reaktion. Aber sie verdient Einordnung.

Iran: Eskalation der Sprache als Marktsignal

Donald Trump hat Iran erneut scharf kritisiert. Seine Botschaft: Iran bekomme seine Lage nicht in den Griff, wisse nicht, wie man ein nicht-nukleares Abkommen unterzeichne, und solle „bald klüger werden“. Besonders auffällig ist das begleitende Bild mit der Überschrift „NO MORE MR. NICE GUY!“ – eine martialische Darstellung mit Waffe, Explosionen und klarer Drohkulisse.

Für mich ist weniger das Bild selbst entscheidend, sondern seine kommunikative Wirkung. Die Sprache der Politik wird härter. Diplomatie wird zunehmend von öffentlichen Drohgebärden begleitet. Solche Signale richten sich nicht nur an den politischen Gegner, sondern auch an die eigene Anhängerschaft und an die Märkte.

Aus Marktsicht ist das relevant. Wenn der Eindruck entsteht, dass der Konflikt mit Iran nicht entschärft, sondern weiter verschärft wird, steigen Risikoprämien. Ölpreise können sensibler reagieren. Inflationserwartungen können wieder stärker in den Vordergrund rücken. Und Notenbanken achten sehr genau darauf, ob höhere Energiepreise nur kurzfristig sind oder breiteren Preisdruck auslösen.

Diese Kommunikation ist ein Beispiel für die Eskalation der Sprache. Sie bedeutet nicht automatisch eine neue militärische Eskalation. Aber sie erhöht die Unsicherheit. Für Anleger ist das ein Grund, geopolitische Risiken ernst zu nehmen – nicht aber ein Grund für Hektik.

Japan, China und der Indo-Pazifik

Ein zweites wichtiges Signal kommt aus Asien. Japan möchte seine Strategie für einen „Free and Open Indo-Pacific“ weiterentwickeln und dies bei einem Besuch in Vietnam erläutern. China reagierte deutlich kritisch. Der chinesische Außenamtssprecher warf Japan vor, unter dem Begriff „Freiheit und Offenheit“ Blockkonfrontation zu fördern und exklusive Gruppen zu bilden.

Auch hier geht es um mehr als Diplomatie. Der Indo-Pazifik ist eine der wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt. Dort verlaufen zentrale Seewege. Dort liegen wichtige Produktionsstandorte. Dort entscheiden sich Lieferketten, Rohstoffzugänge, Halbleiterströme und Handelsrouten.

Die größere Linie ist klar: Staaten ordnen ihre Partnerschaften neu. Die Frage lautet nicht mehr nur: Wo ist Produktion am günstigsten? Sondern zunehmend: Wo ist Produktion sicher? Wer kontrolliert die Lieferwege? Wer ist politisch verlässlich? Welche Infrastruktur ist strategisch wichtig?

Die Welt wird dadurch nicht einfach entglobalisiert. Aber sie wird neu sortiert. Effizienz bleibt wichtig, doch Sicherheit, Resilienz und strategische Kontrolle gewinnen an Bedeutung.

Was das für uns Anleger bedeutet

Meine Botschaft bleibt: Ruhe bewahren, strategisch investiert bleiben und die großen Linien erkennen. Geopolitische Risiken können kurzfristig belasten. Ölpreise können schwanken. Zinsen können länger ein Thema bleiben. Einzelne Märkte können nervös reagieren. Doch gleichzeitig entstehen langfristige Investitionsfelder, die durch genau diese Veränderungen gestärkt werden. Dies sind zum Beispiel Energie, Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Raumfahrt, Wasserstoff und strategische Lieferketten.

Langfristig folgen Aktienmärkte nicht den Schlagzeilen des Tages, sondern den Gewinnen der Unternehmen. Gerade im Bereich künstliche Intelligenz wird sichtbar, dass hohe Investitionen nicht nur Zukunftsversprechen sind. Sie können zu neuen Erlösen, höherer Produktivität und Wettbewerbsvorteilen führen. Steuerliche Vergünstigungen in den USA beschleunigen diesen Investitionszyklus zusätzlich.

Auf der Webseite habe ich weitere Informationen für Sie bereitgestellt.

Warum sich die Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz rechnen können
KI wird zunehmend zum wirtschaftlichen Faktor. Lesen Sie, wie hohe Investitionen in Rechenleistung, Software und Infrastruktur neue Erlösquellen und Wettbewerbsvorteile schaffen können:
https://ihrkonzept.de/wie-sich-die-milliarden-fuer-ki-rechnen-koennen/

US-Steuervorteile als Turbo für den KI-Investitionsboom
Steuerliche Rahmenbedingungen können Investitionen zusätzlich beschleunigen. Der Beitrag erläutert, wie „The Big Beautiful Bill Act“ den Aufbau von KI-Rechenzentren beschleunigt.
https://ihrkonzept.de/us-steuervorteile-als-turbo-fuer-den-ki-investitionsboom/

Raumfahrttechnologie als strategisches Investment in die Zukunft
Satelliten, Kommunikation, Navigation, Sicherheit und Datenanalyse machen Raumfahrt zu einem strategischen Wachstumsfeld:
https://ihrkonzept.de/raumfahrttechnologie-strategisches-investment-in-die-zukunft/

Wasserstoff: Zukunftsmarkt mit hoher Schwankung
Wasserstoff bleibt spannend, aber anspruchsvoll. Der Beitrag zeigt Chancen entlang der Wertschöpfungskette und erklärt, warum Anleger mit starken Schwankungen rechnen müssen:
https://ihrkonzept.de/wasserstoff-zukunftsmarkt-mit-hoher-schwankung/

Der neueste Feil & Künzel Expertentalk – Video 23
Im aktuellen Expertentalk ordnen wir geopolitische Risiken, Energiepreise, Inflation und langfristige Zukunftsthemen für Anleger ein:
https://ihrkonzept.de/videos/

Energieversorgung, Infrastruktur, künstliche Intelligenz, technologische Souveränität und neue Machtblöcke werden die kommenden Jahre prägen. Unser Ansatz bleibt deshalb: ruhig analysieren, breit denken, strategisch investieren und Chancen dort suchen, wo strukturelle Veränderungen langfristige Ertragsquellen schaffen können.

Und Sie wissen es bereits: Im Rechtsrahmen einer steuerbegünstigten Versicherung sind auch bei Umschichtungen sämtliche Veräußerungsgewinne steuerfrei.

Herzliche Grüße
Walter Feil

Walter Feil - IhrKonzept-GmbH - Portrait
Walter Feil:
Mail: wf@ihrkonzept.de
Tel.: 07223 – 990 98 11

IhrKonzept GmbH
Brahmsstraße 6
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E-Mail: info@ihrkonzept.de

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Walter Feil