Drei Gründe für Investments in Gold

Geposted von Walter Feil am

Mit dem Stichwort „Gold“ verbindet vermutlich jeder Anleger andere Vorstellungen. Deswegen ist die Frage, ob man jetzt oder überhaupt Gold kaufen sollte, nicht pauschal zu beantworten. Meine erste Empfehlung ist deswegen: Machen Sie sich bewusst, aus welchem Grund und mit welchem Ziel Sie in Gold investieren wollen.

Quelle: renesim.com

Ist es das Gefühl, einen dieser goldig schimmernden Unzen oder Barren in der Hand zu halten in dem Bewusstsein: dieses Gold gehört mir? Gold fühlt sich schwer an, sehr schwer. Schon alleine dadurch vermittelt es das Gefühl von Werthaltigkeit.

Oder verfolgen Sie das Ziel, einen Teil Ihres Vermögens in Edelmetallen anzulegen im Sinne von „Aufbewahrung von Vermögen“, als Ergänzung zu Geldkonten, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen?

Oder sind Sie besorgt, dass unsere gängigen Zahlungsmittel irgendwann einmal nicht mehr im Austausch gegen lebensnotwendige Dinge akzeptiert werden und dann nur noch „Gold gegen Ware und Leistung“ gilt?

Es gibt sicherlich noch weitere Gründe, die Sie veranlassen könnten, Gold in Ihren Vermögensmix einzubauen. Je klarer Sie Ihr Ziel, das Sie mit einem Gold-Investment verfolgen, definieren, umso einfacher ist es, die dazu passende Art eines Goldinvestments zu finden.

Gold als Aufbewahrungsmittel für Ihr Vermögen

Gold wirft keinen Ertrag ab. Es zahlt Ihnen keine Zinsen wie dies (früher mal …) bei Anleihen der Fall war, es schüttet keine Dividenden aus wie Sie dies von einem Aktienportfolio erwarten können und es überweist Ihnen auch keine Miete, wie dies von einem Bestand an Immobilien gewohnt sind. Es liegt einfach nur da und „tut nichts“. Sie vertrauen darauf, dass es seinen Wert behält und über kurz oder lang sogar an Wert zunimmt. Das heißt: Sie erwarten, dass jemand anders Ihnen für einen Barren, eine Unze oder eine Münze aus Gold später einmal einen höheren Preis bezahlt als Sie heute bezahlt haben.

Die folgende Grafik zeigt diese Wertentwicklung über einen Zeitraum von über 100 Jahren, nämlich von 1914 bis November 2020, in USD. Die grüne Fläche gibt die Entwicklung „nominal“ an. Das heißt: zu welchem Preis (in USD) wurde eine Unze gehandelt. Dieser Preis blieb zunächst einmal konstant auf etwa 20 USD, stieg dann 1934 auf etwas mehr als 32 USD und verharrte auf diesem Niveau eine lange Zeit bis etwa 1972. Seitdem unterlag der Goldpreis großen Schwankungen bis zum heutigen Tag.

Die gelbe Fläche illustriert die Entwicklung in realer Kaufkraft. Was konnte man sich jeweils für den Gegenwert einer Unze Gold in USD kaufen?

Quelle: Wikipedia

Wenn wir die Entwicklung des Goldpreises von 1914 bis 2020 mit einer verzinsten Kapitalanlage vergleichen, dann wären etwa 4 % Zins erforderlich gewesen, um mit einem Startkapital von 20 USD ein Endkapital von 2.000 USD zu erreichen.  Damit wäre zunächst einmal das Ziel, sein Vermögen „aufzubewahren“, erreicht worden, plus einem Wertzuwachs (vor Inflation und vor Steuern) von etwa 4 %. Gold hat in dieser Zeit seinen Wert auch über Währungsreformen hinweg behalten, wenn auch mit Schwankungen.

Um einen Teil seines Vermögens in Gold „aufzubewahren“, können sehr einfach marktübliche ETFs und Fonds genutzt werden, die mit physisch gelagertem Gold unterlegt sind und über ein marktübliches Depot gekauft und auch wieder verkauft werden können. Auch ein Sparplan für ein „Vermögen in Gold“ und später ein Entnahmeplan ist damit sehr einfach umzusetzen.

Gold als Vorsorge für Krisenzeiten

Wenn Sie Gold mehr als Vorsorge für Krisenzeiten betrachten, dann empfehle ich, dass Sie für sich persönlich zunächst einmal klar definieren, welche Art von Krise durch Ihren Goldschatz überwunden werden soll. Wie kommen Sie in der von Ihnen befürchteten Krise an diese Werte ran? Wie können Sie diese Werte in einer Krise nutzen, um Waren und Dienstleistungen dagegen zu tauschen? Welche Stückelungen sind sinnvoll? Eine Unze Gold hat Ende 2000 den Gegenwert von etwa 2.000 USD, ein Ein-kg-Goldbarren knapp über 50.000 USD. Das ist ein weites Feld für Diskussionen. Jeder Anleger wird seine eigene Vorstellung haben, wie er sich auf die von ihm befürchtete Krisenzeit vorbereiten kann.

Gold als spekulative Kurzfristanlage

Wenn Sie Gold mehr als kurzfristige Spekulationsmöglichkeit betrachten, könnten Sie einen Schritt weiter gehen und einen Blick auf die Entwicklung derjenigen Unternehmen werfen, die Gold schürfen und verkaufen. Steigt der Preis von Gold, dann steigen die Gewinne dieser Unternehmen üblicherweise deutlich stärker als der Goldpreis. Dementsprechend stark ziehen die Aktienkurse dieser Unternehmen an.

Die folgende Grafik zeigt den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Goldpreis und Aktienkurs der Goldminenbetreiber.

  • Goldfarbene Linie: Entwicklung des Goldpreises, dargestellt anhand eines ETFs für Gold
  • Rote Linie: Kursentwicklung eines Fonds, der schwerpunktmäßig Aktien von Goldminen hält.
  • Dünne blaue Linie: Weltaktienindex zum Vergleich

Quelle: vwd

  • Im Jahr 2016 stieg der Goldpreis bis zur Jahresmitte an. => Die Aktienkurse legten um über 100 % zu.
  • Von Mitte 2016 bis Herbst 2018 ging der Goldpreis zurück => Die Aktienkurse der Goldminenbetreiber fielen fünfmal so stark.
  • Von Herbst 2019 bis Mitte 2020 stieg der Goldpreis wieder an => Die Aktien der Minenbetreiber legten um 200 % zu, mit einer kurzen, aber heftigen Unterbrechung im Februar/März 2020.

Jetzt sind Sie und Ihr Spekulantengespür gefordert: Wie geht es weiter?

Capital Economics, der unabhängige internationale Researchdienst erwartet gemäß seiner jüngsten Ausgabe von „Commodities Weekly Wrap“ bis zum Jahresende einen Goldpreis von 1.800 USD/Unze und zum Jahresende 2021 1.900 USD/Unze.

Gold, ETFs und Fonds auf einem Depot in der Schweiz

Anleger, die mittel- und langfristig besorgt sind, ob der Euro Bestand haben wird, möchten vielleicht einen Teil ihres Investmentvermögens in anderen Währungen anlegen. Um diese Überlegungen weiterzuführen, wäre es auch denkbar, eine Depotbank zu wählen, die außerhalb des Einflussbereiches der Europäischen Kommission liegt. Hier bieten sich Depotbanken in der Schweiz an. Einige dieser Banken betrachten Anleger, die weniger als eine Million Euro mitbringen, mittlerweile als unerwünschtes Kleinvieh. Aber es gibt auch andere Banken, die sich darauf fokussiert haben, für Anleger aus Deutschland auch mit kleineren Anlagesummen ein Depot zu führen, und dies sogar zu sehr konkurrenzfähigen Gebührensätzen.

Walter Feil
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