Ein aktuelles Urteil des obersten US-Gerichts hat die von Donald Trump verhängten Strafzölle für unzulässig erklärt. Die Begründung: Handelsdefizite allein stellen keinen nationalen Notstand dar und rechtfertigen daher keine umfassenden Importbeschränkungen per Präsidentenerlass.
Neue Zölle von 15 % angekündigt
Politisch dürfte das Thema damit jedoch nicht beendet sein. Donald Trump kündigt an, temporäre Importzölle von 15 % für maximal 150 Tage einzuführen. Als Grundlage hierfür beruft er sich auf Section 122 des Trade Act of 1974. Dieses Gesetz trat am 3. Januar 1975 in Kraft. Die darin beschriebenen Maßnahmen können in einem Notfall (z.B. schwerwiegende außenwirtschaftliche Störungen) kurzfristig auch ohne Zustimmung des US-Kongresses umgesetzt werden, jedoch nur für maximal 150 Tage.
Für Anleger stellt sich daher weniger die juristische als vielmehr die wirtschaftliche Frage: Welche Folgen hat eine zunehmende Politisierung des Welthandels für langfristig ausgerichtete Portfolios?
Vom globalen Markt zur regionalen Wirtschaft
In den vergangenen Jahrzehnten basierten viele Geschäftsmodelle auf möglichst offenen Märkten und global optimierten Lieferketten. Produktion erfolgte dort, wo sie am effizientesten war – unabhängig von politischen Grenzen.
Diese Logik gerät zunehmend unter Druck. Handelskonflikte, Subventionsprogramme und industriepolitische Maßnahmen führen dazu, dass wirtschaftliche Entscheidungen immer häufiger unter strategischen Gesichtspunkten getroffen werden. Versorgungssicherheit, Energieautarkie oder technologische Souveränität gewinnen gegenüber reiner Kosteneffizienz an Bedeutung.
Die Folge: Unternehmen investieren wieder verstärkt in regionale Produktionskapazitäten, Infrastruktur und Energieversorgung.
Diese Entwicklungen müssen wir als Anleger im Blick behalten
Für langfristige Investoren können sich daraus mehrere strukturelle Trends ergeben:
- steigende Investitionen in Infrastruktur und Stromnetze
- Förderung regionaler Industrieproduktion
- zunehmende Bedeutung von Energieunabhängigkeit
- höhere staatliche Ausgabenprogramme
- langfristig moderat steigende Inflationsraten
Diese Entwicklungen verlaufen unabhängig davon, ob konkrete Zölle tatsächlich eingeführt werden oder nicht. Bereits die politische Bereitschaft, Handelsbeschränkungen flexibel einzusetzen, verändert Investitionsentscheidungen weltweit.
Fazit
Das aktuelle Urteil des US-Gerichts betrifft vordergründig eine handelspolitische Detailfrage. Für uns Anleger weist es jedoch auf eine größere Entwicklung hin: Die Spielregeln des Welthandels werden zunehmend politisch geprägt.
Wir müssen deswegen darauf achten, unsere Allokation breit zu streuen, über verschiedene Wirtschaftsräume und unterschiedliche Anlageklassen.
Anpassung der Allokation in unseren steuerbegünstigten Versicherungen
Die Strategie „Vermögen fürs Leben“, die für die steuerbegünstigte Versicherung bei der LV1871 zur Verfügung steht, habe ich in den letzten Monaten schrittweise weiterentwickelt und neben den Investments in den USA auch europäische und asiatische Märkte einbezogen.
In das Musterportfolio, das als Ideenträger für die Allokation in Tarif LVL70 dient, wurde im ersten Schritt bereits im September 2025 Investments in Asien und ein ETF für mit globalen starken Dividendenzahlern aufgenommen. Aktuell fügen wir Investments in Japan und Europa hinzu und einen ETF für die Produzenten von Rohstoffen.
Damit passen wir die Allokation auf die zu erwartenden Veränderungen an.
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