Sheila Bair ist nach Bundeskanzlerin Angela Merkel die zweitmächtigste Frau der Welt. Zu diesem Ergebnis kam das Magazin „Forbes“ jeweils für die Jahre 2008 und 2009. Sie leitete seinerzeit den amerikanischen Einlagensicherungsfonds FDIC, der den Sparern Einlagen bis zu 250.000 USD garantiert. Heute ist die 60-jährige Vorsitzende eines Stabes zur Kontrolle des systematischen Risikos in der Finanzbranche. In einem Interview mit EURO AM SONNTAG gibt sie Hinweise, wie sie ihr eigenes Geld anlegt.

Billiges Geld verleitet die Menschen zum Schuldenmachen

Die Notenbanken rings um den Globus stellen weiterhin irrsinnige Beträge zu ebenso irrsinning niedrigen Zinssätzen zur Verfügung. Damit wollen sie die Wirtschaft ankurbeln: Unternehmen sollen Kredite billige aufnehmen, damit investieren, Arbeitsplätze schaffen und die Konjunkturentwicklung fördern. Nur: die Unternehmen nutzen diese billigen Kredite allenfalls, um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen. Und die Regierungen zahlreicher Staaten empfinden keinen Zwang, ihre Defizite abzubauen. Im Gegenteil: Frankreich und Italien, um nur zwei große Beispiele in Europa zu nennen, wollen ihre Schuldenaufnahme schon wieder aufblähen.

Exzessive Verschuldung führt zum Zusammenbruch

„Sie müssen sichergehen, dass nicht nur Banken, sondern auch Kreditnehmer, also Menschen und Unternehmen, sich nicht exzessiv verschulden …“ sagt Sheila Blair mit Blick auf das Desaster, das seinerzeit zum Zusammenbruch der Lehmann-Bank führte. Damals vergaben amerikanische Banken Kredite an Kunden, von denen sie weder verlässliche Angaben über deren Vermögen noch über deren Einkommen hatten. „Es war verrückt.“ kommentiert Blair. Seitdem sind auf vielen Ebenen Maßnahmen eingeführt worden, die eine Wiederholung einer solchen Entwicklung verhindern sollen. Das heutige US-Bankensystem sei heute viel sicherer als zur Lehman-Krisen-Zeit.

Kurzfristiges Geld auf der Bank – langfristiges Geld in Indexfonds

Ihr eigenes Geld hat Sheila Blair aufgeteilt. Ein Teil „liegt auf der Bank, selbst wenn ich derzeit real etwas verliere.“ Ihr langfristiges Geld hat sie jedoch auf Indexfonds angelegt.

 

 

 

Walter Feil
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