Die EZB hat am 2.10. bekanntgegeben, künftig auch Anleihen ABS-Markt (ABS = Asset Backed Securities = mit Sicherheiten hinterlegte Anleihen) anzukaufen. Über dieses ABS-Kaufprogramm wird heftig diskutiert. Vor allem Deutschland ist damit nur sehr bedingt einverstanden, da diese ABS-Papiere häufig hohe Risiken beinhalten.

Der in der Schweiz beheimatete Nachrichtendienst „ZürcherFinanzbrief“ meint, dass die EZB damit vor allem den Banken in Italien und Spanien, teilweise auch in Frankreich, helfen wird. Diese Banken können sich damit in der Größenordnung der ABS-Käufe durch die EZB „faktisch entschulden“. Die mit Risiken behafteten Papiere landen bei der EZB, die dadurch zu einer Art „BadBank“ wird. EZB kann den Banken, deren ABS-Papiere sie erwirbt, jedoch nicht vorschreiben, was sie mit dem dafür erhaltenen Geld tun müssen. Wenn ein Großteil dieser Beträge als neue Kredite in die Wirtschaft wandern, mag dies von Vorteil für die Wirtschaftsentwicklung in diesen Regionen sein.

Die Risiken müssen allerdings nicht lange bei der EZB verbleiben. Der benannte Nachrichtendienst meint, dass die ABS-Papiere von der EZB alsbald an Finanzinvestoren weiterveräußert werden könnten.

Kommentar:
Die EZB-Käufe pumpen neues Geld in die Wirtschaft. Ob dieses Geld tatsächlich zu mehr Wirtschafts-Aktivität führt, muss sich erst noch zeigen. Ich zweifle an einem durchschlagenden Effekt. Draghi wird in der italienischen Presse bereits als künftiger Staatspräsident von Italien gehandelt. Das könnte die Denkweise des derzeitigen EZB-Chefs auch ein bisschen beeinflussen. 

Walter Feil
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