Musterportfolios: Ergebnisse und Allokation per 1.7.2018

Geposted von Walter Feil am

Das Ergebnis der drei Musterportfolios seit Auflegung

Die Grafik zeigt die Ergebnisse seit Auflegung der drei Portfolios zu Jahresbeginn 2014 bis zum 28.06.2018. Die drei Allokationen erzielten im Juni ein Ergebnis zwischen minus 0,5 und minus 1,3 Prozent. Das Ergebnis seit Auflegung bis Juni (Datenstand 28.06.2018) ist nachfolgend auf volle Prozent gerundet:

  • Plus 27 % für Portfolio 1 (Ziel: geringe Schwankungen, blaue Linie)
  • Plus 40 % für Portfolio 2 (Ziel: mäßige Schwankungen, grüne Linie)
  • Plus 66 % für Portfolio 3 (Ziel: hoher Wertzuwachs auf lange Sicht, rote Linie)

Anfang Juni legten die Börsenkurse zunächst einmal zu. Gegen Ende des Monats fielen die Kurse jedoch wieder zurück. Am rechten Ende der Grafik ist deutlich zu sehen, wie die drei Portfolios diese Bewegungen in beide Richtungen mit unterschiedlicher Stärke mitgemacht haben. Am Ende des Monats Juni lagen die Werte etwas unter den Anfangswerten.

Grafik: vwd

Zum Vergleich:
Die Investition in einen ETF (Exchange Traded Fund = börsengehandelter Indexfonds), der den Weltaktienindex abbildet, hätte im gleichen Zeitraum einen Wertzuwachs von (unverändert zum Vormonat) 62 % ergeben.

Die Musterportfolios 1 und 2 sind zur Vorbereitung von Entnahmen nützlich

Die Musterportfolios 1 und 2 sind nicht dazu gedacht, Ideen für eine langfristige Allokation zu liefern. Sie sind eher eine Idee, wie zur Vorbereitung von alsbaldigen Entnahmen die Schwankungsbreite verringert werden könnte.

Erwartungen zur Entwicklung der Anlagemärkte ab Juli 2018

Per Anfang Juli  2018 erscheinen die Nachrichten und Prognosen zu den wirtschaftlichen Entwicklungen in der Welt überwiegend negativ. Einige Punkte, die die Anleger in Besorgnis versetzen, sind:

  • Das Dauerthema Zollbarrieren
  • Noch mehr Schulden in Italien
  • Uneinigkeit in Europa bezüglich der Flüchtlingspolitik

Jüngst las ich die Kommentare von Hedgefonds-Managern, die unter Anderem einen „Absturz“ des Dax prognostizieren. Zeitgleich studierte ich die Analysen von Capital Economics, die ein weitgehend positives Bild zur Weltwirtschaft für die nächsten Monate zeichnen. Dieser Widerspruch löst sich schnell auf, wenn wir die Interessenlage der einzelnen Autoren hinterfragen.

Capital Economics (als Beispiel für ein Analysehaus) erstellt Prognosen ohne Eigeninteresse. Das Unternehmen lebt alleine vom Vertrauen seiner Abonnenten, die jährlich einige Tausend Euro für den Zugang zu diesen Analysen bezahlen und diese heranziehen, um eigene Investitionsentscheidungen zu treffen.

Hedgefonds-Manager aller Couleur sind zweifellos auch Spezialisten in der Einschätzung von Anlagemärkten. Sie verfolgen jedoch ihre eigenen Interessen. Sie eröffnen Positionen, häufig mit milliardenschweren Budgets, und hoffen dann, dass sich die Märkte in die gewünschte Richtung bewegen. Sie können sowohl „long“ (auf steigende Kurse) oder „short“ (auf fallende Kurse) wetten. Beispiele dazu gibt es zuhauf. Die letzten Monate gingen die Aktivitäten von Bridgewater durch die Presse.

Denken Sie eine Minute wie ein skrupelloser Hedgefonds-Manager …

Was würden Sie tun, wenn Sie ein Großspekulant wären und einige Milliarden USD auf fallende Kurse gewettet hätten? – Richtig: Sie würden jede Gelegenheit nutzen, eine schlechte Stimmung bei den Anlegern zu erzeugen. Jeder Anlass, jedes Ereignis, das in irgendeiner Form Besorgnis auslösen kann, würde von Ihnen genutzt, um die schlechte Stimmung mit Kommentaren und Prognosen weiter anzuheizen. Sie wissen ja ganz genau: die Milliarden an Short-Positionen müssen Sie irgendwann wieder eindecken. Das heißt: Was Sie vorher „short“ verkauft haben, müssen Sie später wieder „long“ einkaufen. Jede einzelne Aktie. Je mehr Anleger Sie zu der Überzeugung führen können, dass die Aktienkurse nun immer weiter fallen werden, desto günstiger und billiger können Sie sich wieder eindecken – und desto größer wird Ihr Profit.

… kehren Sie dann zur Realwirtschaft zurück

Das tatsächliche Bild in der Welt sieht so düster nicht aus.

  • Die Wirtschaft in den USA brummt und wächst dieses Jahr um die drei Prozent
  • In der Eurozone erholt sich die Wirtschaft weiter.
  • In Deutschland werden hunderttausende von Fachkräften gesucht.

Ist dies das Bild einer zusammenbrechenden Wirtschaft? – Ach ja, die Diesel-Autos sind in Verruf geraten. Hunderttausende müssen nachgerüstet werden, Halden bauen sich auf, bis die neuen Prüfungen absolviert sind. – In einigen Jahren wird diese Entwicklung, die heute Tag für Tag die Nachrichten füllt, eine Episode im Strom der Zeit sein. Die Ingenieure von VW, BMW, Mercedes, Bosch und hundert weiteren Unternehmen haben ihren Erfindungsreichtum nicht über Nacht verloren. Sie arbeiten an Lösungen und entwickeln neue Antriebskonzepte. Ich glaube einfach nicht, dass diese Unternehmen in zehn Jahren alle dicht gemacht haben und nicht mehr existieren. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass neue Lösungen entwickelt werden, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben und diese Unternehmen auch in zehn Jahren  gute Gewinne erzielen.

Das Gesamtbild der Weltwirtschaft ist weiter positiv. Zweifellos könnten wir noch weitere 100 Punkte analysieren und diskutieren. Die ca. 300 Seiten mit Berichten, Stellungnahmen und Prognosen, die alleine von Capital Economics jeden Monat angeliefert werden, liefern Stoff genug dafür. Der berühmte Wald, den mir mit Blick auf die vielen Bäume nicht aus den Augen verlieren sollen, ist tendenziell gesund und wächst. Zweifellos sind einige Bäume gefährdet und leiden. Das Trendwachstum ist für die nächsten Monate jedoch weiter positiv.

Das Fazit per Ende Juni ist wie im Vormonat

Am Gesamtbild der Weltwirtschaft ändert sich nicht viel. Die Konsequenzen für unsere Investments sind unverändert:

  1. Die Volatilität (Schwankungsbreite) von Aktienkursen bleibt weiterhin hoch.
    Kurzfristige Stimmungen überlagern die langfristigen Entwicklungen.
  2. Die grundsätzliche Tendenz von weiter steigenden Aktienkursen im Rahmen des Trendwachstums der Wirtschaft bleibt erhalten.
  3. Die Kurse von Anleihen aller Art sind weiterhin mit hohen Verlustrisiken befrachtet, die vor allem durch tendenziell steigende Zinsen verursacht sind.
  4. Anleihemärkte bergen weiterhin Überraschungen auch aus einem steigenden Risiko von Ausfällen.

Allokationen der Musterportfolios seit Mai unverändert

Die Allokation für das Portfolio 1 und 2 wurde schon zu Beginn des Monats April angepasst.

  • Strategie 1 und 2 sind darauf ausgerichtet, die Schwankungen „gering“ bzw. „maßig“ zu halten.
  • Strategie 3 ist zu hundert Prozent in der von BlackRock verwalteten aktienorientierten Strategie „Managed Index Portfolio Growth“ investiert.

Für die Strategie 3, die darauf ausgerichtet ist, langfristig einen guten Wertzuwachs zu erzielen, könnten allternativ auch ein ETF auf den Weltaktienindex oder ein Sortiment von ETFs auf diverse Industrieländer (USA, Europa, oder speziell Deutschland) gewählt werden. Ich kann nicht vorhersehen, welche Allokation die besseren Ergebnisse liefert und wann und in welchem Umfang wieder Rückschläge folgen. Meine Erwartung ist allerdings, dass die Aktienbörsen der Industrieländer noch einige Monate tendenziell positiv laufen. Für das Jahr 2019 prognostiziert Capital Economics eine Abschwächung des Wirtschaftswachsums. Wir werden dies jeden Monat erneut aufgreifen und prüfen, ob wir auch im Musterportfolio 3 eine Anpassung vornehmen sollten.

Die Musterportfolios im Detail

Alle Angaben mit gerundeten Werten

Das Musterportfolio 1 (unverändert seit April 2018)
setzt seit April 2018 hauptsächlich auf die Positionen, die in sich eine Vermögensverwaltung bieten. Da ich für das Jahr 2018 weiterhin hohe Volatilität erwarte, reduziere ich die Positionen, die noch – wenn auch geringen – Schwankungen unterliegen und füge stattdessen mit 40 % einen geldmarktnahen ETF ein. Mit dieser Position kann keine Rendite erwirtschaftet werden. Sie ist alleine dazu gedacht, die Schwankungsbreite zu verringern. Musterportfolio 1 ist definitiv nicht für eine Langfristanlage gedacht, sondern nur als Vorbereitung für eine alsbaldige Entnahme.

Das Musterportfolio 2 (unverändert seit April 2018)
setzt seit April 2018 mit 60 % der Anlagesumme ebenfalls auf die vermögensverwaltende Fonds und und die Managed Index Portfolios von BlackRock. Weitere 30 % sind ab sofort schwankungsfrei in einem geldmarktnahen ETF (wie Portfolio 1). Nur noch 10 % sind im reinen Aktienmarkt über einen ETF auf asiatische Aktien. Damit sollte das Portfolio ruhiger werden, reduziert jedoch gleichzeitig seine Chance auf gute Performance.

Musterportfolio 3 für langfristig gute Performance (unverändert seit Mai 2018)
wird ab Mai 2018 in die Hände von BlackRock mit seinem Informationssystem „aladdin“ gelegt. Im Rahmen des Blackrock Managed Index Portfolio Growth können Anpassungen jederzeit, also auch mitten in einem Monat, erfolgen. Damit besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bei Bedarf auf überraschende Entwicklungen zu reagieren, ohne auf den nächsten Termin für ein Shift innerhalb der Versicherungspolice warten zu müssen.

Dieses von BlackRock verwaltete Portfolio verfolgt das Ziel, die Schwankungsbreite in einem Band von 10 bis 15 % zu halten und mit dieser vorgabe das bestmögliche Anlage-Ergebnis zuu erzielen. Per April 2018 war das Portfolio zu 87,8 % in Aktien, aufgeteilt auf zwölf ETFs, und zu 12,2 % in Anleihen, aufgeteilt auf ebenfalls zwölf ETFs, investiert. Die folgende Grafik stellt diese Allokation in einem einzigen Bild dar, da das Gesamtportfolio als eine einzige Position mit einer separaten WKN / ISIN geführt wird.

Tiefere Informationen über die Zusammensetzung und Entwicklung dieses Portfolios sind in einer Fondsübersicht, die alle verfügbaren Fonds und ETFs für den Tarif „Private-Insuring LVL70“ kommentiert, enthalten. Die BlackRock – Allokation „… Growth“ ist auf den Seiten 13 bis 15 und 32 bis 37 erläutert.