Konjunktur: 2018 wird ähnlich gut wie 2017

Geposted von Walter Feil am

Die Commerzbank (CB) erwartet für 2018 einen ähnlich guten Konjunkturverlauf wie 2017. Gemäß ihrer „Wertpapierstrategie kompakt“ vom Januar 2018 rechnet die CB „auch 2018 mit satten Zuwächsen“. Der Konjunkturaufschwung ist „regional sehr breit gestreut“.

Das Überraschungspotential ist 2018 geringer

In 2017 wurden viele Anleger von der positiven Konjunktur überrascht. Dementsprechend führten positive Nachrichten häufig zu deutlichen Kursgewinnen an den Anlagemärkten. Für 2018 rechnen nun die meisten Investoren mit einem weiterhin guten Konjunkturverlauf. Diese Erwartungen sind zum Teil bereits in den Kursen eingepreist. So werden positive Nachrichten wahrscheinlich nicht mehr zu so deutlichen Kursgewinnen wie in 2017 führen. Dagegen werden negative Abweichungen zu Enttäuschungen und damit potentiell zu Kursrückgängen führen.

Aktienmärkte tendenziell positiv, jedoch mit höheren Schwankungen

Das gute wirtschaftliche Umfeld sollte zu steigenden Unternehmensgewinnen führen. Dies ist eine gute Grundlage für tendenziell steigende Aktienkurse. Allerdings erwartet die CB nach einem guten Jahresstart insbesondere ab dem Frühsommer mit heftigeren Kursausschlägen.

Anleihen und Währungen mit hohen Risiken

Mit Anleihen von Schuldnern bester Bonität ist auch in 2018 kaum Geld zu verdienen. Die CB warnt ausdrücklich davor, auf der Suche nach höheren Zinserträgen Anleihen mit langen Restlaufzeiten zu kaufen. Die Renditen dieser Papiere werden tendenziell steigen, was bekanntlich stets zu Kursverlusten führt. Anleger mit (Rest-) Beständen in solchen Papieren sollten sehr sorgfältig prüfen, ob die bisher damit erreichen Kursgewinnen jetzt realisiert werden können, um den erwarteten Rückgang der Kurse zu vermeiden.

Anleihen in anderen Währungen können höhere Zinserträge liefern. Hier ist jedoch aus Sicht des Euro-Anlegers stets die Veränderung des Wechselkurses zu berücksichtigen.

Kommentar:
Aktien lassen auch für 2018 noch eine positive Wertentwicklung erwarten. Die Wertschwankungen (meist als „Volatilität“ bezeichnet) lassen sich mit großer Gelassenheit aussitzen, wenn der persönliche Finanzbedarf der nächsten Jahre mit anderen, weniger schwankungsreichen Vermögensanlagen abgedeckt ist. Deswegen empfehle ich, für den kurzfristigen Finanzbedarf reines Kontengeld vorzuhalten, als mittelfristige Reserve ein Portfolio von Fonds, die nur mäßige Wertschwanken erwarten lassen, und als langfristige Vermögensanlage auf Aktien zu setzen.

 

Walter Feil

ist seit 1978 Berater für steuerbegünstigte Vermögensanlagen tätig. Er ist Experte für Investmentresearch und Privat-Insuring-Konzepte sowie Lehrbeauftragter der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim.
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