Ausgabe 3/2026
27. März 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Krieg im Iran hat die Börsenkurse erschreckt – aber nicht verändert, was Unternehmen wirklich wert sind.
Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hat der DAX rund 10 % verloren und notierte zeitweise unter 22.000 Punkten. Der Weltaktienindex verlor rund 5 %. Die Schlagzeilen überschlagen sich: blockierte Straße von Hormuz, Ölpreis auf Mehrjahreshoch, Rezessionssorgen. Ich verstehe, wenn das bei manchen Anlegern Unruhe auslöst.
Solche Einbrüche folgen jedoch einem vertrauten Muster. Sie entstehen schnell, sie sind dramatisch – und sie enden, sobald das Schlimmste eingepreist oder absehbar ist. Nicht erst, wenn Frieden herrscht. Sondern dann, wenn ein Ende des Konflikts wahrscheinlich wird.
Was die Kurse bewegt – und was nicht
Der aktuelle Kursrückgang ist kein Urteil über die Ertragskraft der Unternehmen, an denen wir beteiligt sind. Er ist Ausdruck von Unsicherheit und Angst. Beides ist menschlich verständlich – aber kein verlässlicher Maßstab für die langfristige Entwicklung.
Die fundamentalen Daten sprechen eine andere Sprache. Für den S&P 500 (als ein Beispiel) prognostizieren Analysten für 2026 ein Gewinnwachstum von rund 12 %. Der VÖB (Bundesverband Öffentlicher Banken) stellt fest: Die Weltwirtschaft zeigt sich bislang widerstandsfähig, und die Unternehmensgewinne bleiben der wichtigste Treiber. Eine Dauerrezession oder ein struktureller Zusammenbruch der Unternehmensgewinne ist nicht in Sicht – selbst in den pessimistischsten Szenarien der Forschungsinstitute nicht.
Entscheidend ist dabei ein Punkt, der in der öffentlichen Debatte untergeht: Der Ölpreis steigt nicht, weil physisch weniger Öl vorhanden ist. Er steigt, weil Finanzinvestoren und Hedgefonds auf Futures-Märkten auf steigende Preise spekulieren. Das Zwanzigfache bis Dreißigfache des täglich geförderten Rohöls wird als reiner Papierkontrakt gehandelt – und dieser Papiermarkt bestimmt, was Sie an der Zapfsäule zahlen. Mehr dazu im Blog und im Video.
Wie wir positioniert sind
Die aktiv verwaltete Strategie „Vermögen fürs Leben“ ist auf solche Phasen erhöhter Volatilität eingestellt. Wie wir das Portfolio in den vergangenen Wochen angepasst haben und welche weiteren Szenarien Mario Künzel und ich für die kommenden Monate erwarten, erläutern wir im neuesten Feil & Künzel Expertentalk:
▶ Feil & Künzel Expertentalk #22: Öl und Gas stecken fest. Was sind die Folgen für uns?
Im Video erläutern wir drei mögliche Szenarien: wie lange die Blockade der Straße von Hormuz andauern könnte, was das für Energiepreise und Inflation bedeutet – und warum langfristig orientierte Investoren investiert bleiben sollten.
Neue Beiträge im Blog – März 2026
Im März habe ich die wichtigsten Hintergründe zum Iran-Krieg, zur Ölpreis-Bildung und zu den langfristigen Chancen im Bereich KI und Energie ausführlich aufbereitet. Hier finden Sie alle neuen Beiträge:
▶ Papieröl und der Preis an der Zapfsäule
Warum der Ölpreis steigt, obwohl kein einziges Barrel fehlt – und wie Hedgefonds und Algo-Trader Ihren Preis an der Zapfsäule bestimmen.
▶ KI-Anbieter fangen an, Geld zu verdienen
Auf der NVIDIA GTC Conference im März wurde deutlich: KI ist keine Zukunftsmusik mehr – die ersten Anbieter erzielen bereits substanzielle Erträge.
▶ Gold 2026: Rücksetzer im Trend – warum der Bullenmarkt intakt bleibt
Nach dem starken Rückgang ab dem 11. März: Eine Einordnung, ob der Goldmarkt seinen Aufwärtstrend fortsetzt.
▶ KI, Energie und Rohstoffe – der Beginn eines neuen Superzyklus
Die KI-Revolution braucht enorme Mengen Strom, Kupfer und Seltene Erden. Warum das einen historischen Nachfrageboom auslösen könnte.
▶ Die langfristigen Folgen der Öl-Blockade
Was passiert, wenn die Straße von Hormuz über Monate gesperrt bleibt? Eine nüchterne Analyse der möglichen wirtschaftlichen Konsequenzen.
▶ Ein paar Öltanker weniger und die Welt gerät ins Wanken?
Wie kann eine Handvoll Tanker weniger die Weltwirtschaft so stark erschüttern? Walter Feil erklärt das Nadelöhr Hormuz – und warum die Reaktion der Märkte oft übertrieben ist.
▶ US-Arbeitsmarktdaten: Der wichtigste Konjunkturindikator – und zugleich einer der unsichersten
Jeden ersten Freitag im Monat bewegen die US-Jobdaten die Märkte. Was steckt wirklich hinter dieser Zahl?
Mein Ausblick
Kriege enden. Manchmal schnell, manchmal nach langen Monaten – aber sie enden. Und die Börsen nehmen das Ende vorweg, lange bevor der letzte Schuss gefallen ist. Wer jetzt verkauft, realisiert Verluste auf dem Papier und verpasst die Erholung, die folgt.
Gleichzeitig läuft die KI-Revolution ungebremst weiter. Die langfristigen Wachstumstreiber – künstliche Intelligenz, Energiewende, Infrastrukturausbau – sind durch den Iran-Krieg nicht außer Kraft gesetzt. Sie sind nur vorübergehend in den Hintergrund getreten.
Diesen Newsletter habe ich am 25. März erstellt. Bis zum Eintreffen des Newsletters bei Ihnen wird sich die Börsenstimmung ganz bestimmt noch mehrfach ändern. Zum Jahresende 2026 erwarte ich deutlich höhere Kurse als heute. Als Langfrist-Anleger bleiben Sie investiert und beobachten Sie die aktuelle Börsenhektik mit Gelassenheit.
Herzliche Grüße
Walter Feil

Walter Feil:
Mail: wf@ihrkonzept.de
Tel.: 07223 – 990 98 11
IhrKonzept GmbH
Brahmsstraße 6
77815 Bühl
E-Mail: info@ihrkonzept.de
- IhrKonzept-KAPITALMARKTAUSBLICK: - 27. März 2026
- Papieröl und der Preis an der Zapfsäule - 24. März 2026
- KI-Anbieter fangen an, Geld zu verdienen - 22. März 2026