Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone (häufig als Grexit bzeichnet) würde Mittel- und Osteuropa (CEE) vor allem in folgenden Bereichen treffen:

  1. Die Handelsströme würden beeinträchtigt
    Die Exporte der CEE-Länder nach Griechenland stehen allerdings nur für etwa 0,5 % des GDPs und haben damit geringe Bedeutung.
  2. Das Vertrauen der Konsumenten würde sinken
    Dies könnte in etwa gleichem Umfang wie 2011 und 2012 geschehen, wo sich die Konsumenten einige Zeit mit ihren Ausgaben zurückhielten. Zwei Jahre danach waren die Folgen des sinkenden Verbrauchervertrauens wieder ausgestanden.
  3. Die Bonität der Banken könnte beeinträchtigt werden
    Während in früheren Jahren die Banken in den CEE-Ländern stark von der Unterstützung ihrer Mutterbanken in Westeuropa abhingen, ist der Bankensektor in Mittel- und Osteuropa heute deutlich besser aufgestellt als vor einigen Jahren. Der Zuwachs an lokalen Spareinlagen macht die CEE-Banken weniger abhängig von externer Unterstützung. Darüber hinaus wurden mittlerweile von der EZB Vorkehrungen zur Unterstützung geschaffen wie zum Beispiel das als „Outright Monetary Transaktions“ bezeichnete Programm.

Capital Economics kommt zum Ergebnis, dass ein „Grexit“ das Wachstum in den Ländern von Mittel- und Osteuropa beeinträchtigen würde, dass jedoch eine scharfer Abverkauf der Währungen nicht zu erwarten ist.

Walter Feil
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