Die folgende Grafik zeigt den iShares ETF auf den Weltaktienindex inklusive Dividenden vom 1.1. bis zum 27.08.2025, dargestellt in Euro.
Grafik: Wertentwicklung des Weltaktienindex seit Jahresbeginn in Euro.
Quelle: infront
Die vorstehende Grafik mag irritieren, da wir über die Medien fast jeden Tag erfahren, dass die Aktienkurse – vor allem in den USA – neue Höchststände erreicht haben. Der Grund für die Abweichung liegt in der Veränderung des Wechselkurses. Betrachten wir den Weltindex in der Darstellung in USD, ergibt sich folgendes Bild:
Grafik: Wertentwicklung des Weltaktienindex seit Jahresbeginn in USD
Quelle: infront
Damit werden die Meldungen aus den USA bestätigt: die Bewertung des Weltaktienindex ist seit Jahresbeginn mit einer kurzen Unterbrechung im März und April fortlaufend gestiegen.
Sie erinnern sich noch? Am „Liberation Day“ Anfang April verkündete Donald Trump seine Drohungen, alle Handelspartner mit „reziproken Zöllen“ zu bestrafen. Das führte innerhalb von Minuten zu einem Absturz der Börsenkurse um mehr als 10 %. Schon ab Mitte Februar waren die Kurse vor dem Hintergrund der wachsenden Diskussion über Handelsbarrieren im Rahmen der üblichen Schwankungen zurückgegangen.
Wenn wir heute ein Investment in den Weltindex verkaufen und den Erlös auf ein USD-Konto buchen würden, dann wäre der Kontostand nach der Gutschrift des Erlöses um 13 % höher als zu Jahresbeginn. Wenn wir dieses USD-Guthaben sodann in Euro transferieren würden, wäre der Stand des Euro-Kontos fast gleich zum Stand zum Jahresbeginn. Per 27.08.2025 erhielten wir ca. 11 % weniger Euro für die die gleiche Summe USD als zum 1.1.25.
Grafik: Abwertung des USD gegen den Euro seit Jahresbeginn bis 27.8.2025
Quelle: infront
Der Wert des USD gegen andere Währungen (hier: gegen den Euro) hat Anfang Juli einen Tiefstand erreicht. Seitdem läuft die Bewegung tendenziell volatil seitwärts.
Schwacher USD bremst Importe in die USA
Die seit Jahresbeginn 2025 erfolgte Abwertung des USD liegt durchaus im Interesse der US-Administration. Der gesunkene Außenwert macht es für US-Verbraucher teurer, Produkte aus dem Ausland zu kaufen. Die Erhöhung von Einfuhrzöllen wirkt in die gleiche Richtung. Umgekehrt werden die in den USA produzierten Güter für ausländische Käufer mit einer stärkeren Währung günstiger. Beides zusammen unterstützt die erklärte Absicht der US-Regierung, Unternehmen im Inland zu fördern und das Handelsbilanzdefizit zu verringern.
Quelle: infront / IhrKonzept GmbH
Mittlerweile ist erkennbar, dass die drastischen Maßnahmen der US-Administration ausländische Unternehmen veranlasst, Produktionsstätten in die USA zu verlagern. Deutschland und auch weitere Länder verlieren damit Arbeitsplätze, die jetzt neu in den USA entstehen. Schnellere Genehmigungsverfahren, niedrigere Energiepreise, niedrigere Steuern und deutlich weniger Regulierungen unterstützen diesen Prozess.
Zinssenkungen unterstützen die US-Wirtschaft
Der OIS (Overnight Index Swap) ist ein Zins-Swap, über den zwei Parteien Zinszahlungen austauschen. An diesem Finanzderivat können wir erkennen, welche Zinsentwicklung die Marktteilnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt erwarteten. Per 12. Februar 2025 zeigte der OIS (siehe schwarze Linie in der folgenden Grafik) an, dass die Marktteilnehmer nur eine sehr geringe Zinssenkung erwarteten.
Sechs Monate später, am 21.8.2025, hatte sich diese Erwartung deutlich verändert. Die blaue Linie in der Grafik zeigt die Einschätzung von Capital Economics, dass bis Ende 2025 zwei Zinssenkungen von je 0,25 % und im Jahr 2026 ergänzend zwei weitere Zinssenkungen in gleicher Höhe erwartet werden. Die grüne Linie bestätigt, dass die Marktteilnehmer tendenziell sogar noch leicht stärkere Zinssenkungen erwarten.
Niedrigere Zinsen sind positiv für die Wirtschaftsentwicklung: Unternehmen können ihre Expansion günstiger finanzieren, Konsumenten zahlen weniger Zinsen für kreditfinanzierte Anschaffungen.
Allerdings ist noch offen, in welchem Umfang eine Senkung der Leitzinsen auch zu einer Reduzierung der langfristigen Zinsen führt. Die Fed kann nur die kurzfristigen Zinsen beeinflussen, wogegen sich die langfristigen Zinsen am Kapitalmarkt herausbilden. Hier kann die Fed nur bedingt Einfluss nehmen, zum Beispiel durch neues „Gelddrucken“ (Kauf von Staatsanleihen), wie wir es in den Jahren 2020 bis 2022 erlebt haben. Capital Economics rechnet nicht mit einem Rückgang der langfristigen Zinsen in den USA bis zum Ende dieses Jahres.
Sehen Sie hierzu auch das neueste Video im Feil & Künzel Expertentalk“.
Wie geht es an den Kapitalmärkten weiter?
Die USA führen die Börsen an
Die Chancen auf steigende Unternehmensgewinne in den USA stehen weiterhin gut. Die großen Technologiekonzerne investieren unvorstellbare Summen in den Ausbau von Rechenzentren. Sie erweitern damit Monat für Monat die Möglichkeiten zum Einsatz von künstlicher Intelligenz. Dies führt zunächst einmal zu weiter steigenden Umsätzen und Gewinnen bei den Unternehmen, die die hierfür benötigten Rechenzentren (Gebäude, technische Ausstattung, Energieversorgung, …) bauen. Dann bei den Unternehmen, die damit ein immer breiteres Angebot von KI-Anwendungen bereitstellen. Schließlich profitieren die Unternehmen, die durch Nutzung dieser KI ihre Produktionsprozesse vereinfachen, Kosten abbauen und Entwicklungszeiten verkürzen.
Ich erwarte für die USA eine weiterhin positive Entwicklung der Aktienkurse, hauptsächlich angetrieben durch die rasante Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz. Allerdings kann es jederzeit zu einem Rückgang kommen, wenn die hochgesteckten Erwartungen der Investoren enttäuscht werden. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass die Erwartungen bezüglich Umsatz und Gewinn übertroffen werden. Die Investoren achten auch sehr genau auf den Ausblick, den das jeweilige Unternehmen für die kommenden Monate veröffentlicht.
Ostasien holt auf
Viele Unternehmen in Ostasien arbeiten hart daran, den technologischen Vorsprung der US-Unternehmen aufzuholen. Diese Region profitiert mittlerweile auch von den Handelsbeschränkungen, die die USA und China im Wechsel gegeneinander aufbauen. Nach langer Durststrecke holt diese Region wirtschaftlich auf und erscheint wieder attraktiv für ein Investment.
Eurozone bremst sich weiterhin selbst aus
Die Eurozone erhielt zu Beginn des Jahres erhebliche Kapitalzuflüsse aus den USA. Dies führte für eine kurze Zeit zu einer Kurssteigerung europäischer Aktien. Mittlerweile scheint die Zeit der USD-Abwertung abgeschlossen. Die Investoren aus den USA haben davon profitiert und sind nun vorsichtiger geworden. Sie warten nun ab, in welchem Umfang die Beschlüsse der Regierungen, zusätzliche Mittel für Investitionen bereitzustellen, tatsächlich in der Wirtschaft ankommen und in welchem Umfang die ständig angezogene Regulierungs- und Vorschriften-Handbremse gelockert wird. Ich erwarte für die kommenden Wochen keine überdurchschnittliche Performance in den europäischen Aktienmärkten.
Burggraben- Investments stabilisieren das Portfolio
Burggraben-Investments sind Unternehmen, die um ihre Burg (das Geschäftsmodell) einen breiten, wassergefüllten Graben haben. Dieser Burggraben schützt ihre Gewinne vor Angreifern (Wettbewerbern). Wer hineinwill, scheitert an hohen Kosten oder verliert Zeit – die Burgbewohner kassieren weiter zuverlässig Zoll (Cashflows).
Solche Unternehmen werden häufig auch als Dividenden-Investments bezeichnet. Dies vertauscht allerdings Ursache und Wirkung: Zuerst muss ein stabiles Geschäftsmodell etabliert, dann der Marktanteil ausgebaut und die Position im Markt durch Patente und eine marktbeherrschende Position gefestigt werden. Nach dieser Aufbauphase verfügen „Burggraben-Unternehmen“ über einen stabilen Cashflow, aus dem sie zuverlässig Jahr für Jahr steigende Dividenden ausschütten können.
Die Wertschwankungen in ein Portfolio von derartigen Unternehmen sind geringer als bei Unternehmen, die ihren Fokus noch auf schnelles Wachstum legen. Damit trägt ein solches Investment zur Stabilisierung des Gesamtportfolios bei.
Grafik: Beispiel eines Burggraben-Investments – letzte fünf Jahre bis zum 27.08.2025
- blaue Linie: Wertentwicklung eines ETFs mit zahlreichen Burggraben – Unternehmen
- braune Linie: Wertentwicklung Weltaktienindex zur Orientierung
Quelle: infront
Weiterhin gute Chancen in den Aktienmärkten
Am 26.8.25 veröffentlichte Capital Economics (CE) das neueste Update seiner Prognosen für die Entwicklung der Aktienmärkte. Die höchste Kurssteigerung erwartet CE in den USA, dann folgen die ostasiatischen und die europäischen Börsen.
Grafik: erwartete Kurssteigerungen bis Jahresende 2025, ausgehend vom Stand per 26.08.2025
Quelle: Capital Economics
Der Ausblick bis zum Jahresende 2026 sieht die US-Werte ebenfalls vor den ostasiatischen und auch vor den europäischen Börsen.
Quelle: Capital Economics
LVL70 bei ERGOLIFE mit neuer Allokation
Das Musterportfolio, das als Ideenträger für ein Langfrist-Investment im Rechtsrahmen der steuerbegünstigten Versicherung bei ERGOLIFE Luxemburg dient, werde ich die nächsten Tage entsprechen den vorstehenden Prognosen anpassen. Alle Anleger, die den Tarif LVL70 bei ERGOLIFE für ihre steuerbegünstigten Langfrist-Investments nutzen, werden ein gesondertes Mail über die Änderungen am Musterportfolio erhalten und können dann entscheiden, ob sie diesen Ideen folgen oder ihre eigenen Vorstellungen umsetzen wollen.
Premium Pension bei LV1871
Investoren im Rechtsrahmen einer steuerbegünstigten Versicherung bei der LV1871 AG (FL), die dort die von der IhrKonzept GmbH als Advisor betreute Strategie „Vermögen fürs Leben“ gewählt haben, müssen nichts unternehmen. Hier werden Anpassungen stets von der Vermögensverwaltung veranlasst. Zur Auswahl stehen hierzu alle Fonds und alle ETFs, die in Deutschland als Investment zugelassen sind.
In beiden Tarifen: keine Steuer bei Umschichtungen!
Beide Tarife sind steuerbegünstigte Versicherungen, in denen Dividenden, Zinserträge und auch Veräußerungsgewinne bei Umschichtungen nicht besteuert werden. Die Policeninhaber können ihre Investments damit viele Jahre lang steuerfrei wachsen lassen.
- IhrKonzept-KAPITALMARKTAUSBLICK: KI treibt die US-Börsen weiter an - 29. August 2025
- Ausblick auf die Anlagemärkte ab September 2025 - 28. August 2025
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