Rückblick:
Der Trend in den Aktienmärkten seit Anfang 2025
Die Grafik zeigt den iShares MSCI World ETF, der über 1.500 Unternehmen in 23 Industrieländern umfasst, vom 1.1. 2025 bis zum 26.1.206. Der Wertzuwachs in Euro seit Jahresbeginn 2026 liegt bei 10 %.

Quelle: baha
Diese Rückschau zeigt: Das Jahr 2025 startete mit einem konstanten Kursanstieg. Im März jedoch stieg die Verunsicherung, was zu einem Kursrückgang in einem zunächst üblichen Ausmaß führte. Kurz nachdem ein erneuter Kursanstieg begonnen hatte, überraschte Donald Trump die Märkte mit der Androhung von „reziproken Zöllen“ gegen allen Handelspartnern. Die Aktienkurse fielen daraufhin schnell und heftig. Diese Abwärtsbewegung war auch von erzwungenen Verkaufsorders geprägt. Hoch finanzierte spekulative Positionen wurden aufgelöst. Investoren, deren Risikobudget überschritten wurde, mussten entsprechend ihrem Regelwerk verkaufen.
Der damit entstandene „unvernünftige“ Kursrückgang war nach sechs Wochen bereits wieder aufgeholt. Die Kurse setzten sodann ihren bereits im März begonnen Anstieg fast wie an der Schnur gezogen bis zum aktuellen Datum fort.
Ausblick: Auch 2026 wird ein gutes Aktienjahr
Capital Economics (CE) prognostiziert für fast alle Aktienmärkte eine sehr positive Entwicklung im Jahr 2026. Für die Börsen in den USA, in Asien und auch Europa sieht CE die Kurse zum Jahresende 2026 über 10 % höher als aktuell, in einigen Teilmärkten sogar mehr als 15 % höher.
Der wesentliche Treiber für die Aktienkurse ist weiterhin „das größte Infrastrukturprojekt der Menschheitsgeschichte“, wie es Jensen Huang, der CEO von Nvidia in einer Podiumsdiskussionjüngst mit Larry Fink (CEO von BlackRock) auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bezeichnete.
Huang meinte damit ausdrücklich nicht die weitere Entwicklung von Nvidia, sondern die gesamte Veränderung, die Unternehmen rings um den Globus durch den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz erreichen können. Huang erläuterte dazu die fünf Bereiche, die wie fünf Schichten („Layers“) aufeinander folgen.
- Energie:
Die Weiterentwicklung der KI erfordert unvorstellbare Mengen an Energie. Unternehmen, die in diesem Marktsegment tätig sind, haben glänzende Aussichten. - Chips:
Der Bedarf an Chips wird weiter und beschleunigt wachsen. In diesem Marktsegment ist Nvidia tätig. - Datenspeicherung („Cloud“):
Die Datenmengen, die zum Training und zur Anwendung von KI erforderlich sind, führen zu einem weiterhin schnell wachsenden Bedarf an Datenspeichern. - KI-Modelle:
Das sind die großen Large Language Models (LLM), häufig auch als Generative AI Models bezeichnet. Dazu zählen zum Beispiel ChatGPT, Gemini, Anthropic und weitere. Auf diesen LLMs bauen unzählige branchenspezifische KI-Lösungen auf. - Applikationen:
Dies sind die branchenspezifischen Lösungen, die die Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz nutzen, um spezielle Aufgaben in hunderttausenden von Unternehmen überall auf dem Globus strukturierter, sicherer, schneller und kostengünstiger als bisher zu erledigen. In diesem Bereich, in diesem fünften „Layer“, sind wir lt. Huang gerade erst am Anfang.
Die Basis ist verfügbar. Jetzt folgt die Ära, in der künstliche Intelligenz die Verfahrensweisen in den Unternehmen durchdringt.
Das Gespräch zwischen Jensen Huang und Harry Fink (32 Minuten, englisch) können Sie in voller Länge hier aufrufen: FULL DISCUSSION: Nvidia CEO Huang on Future of AI e& Global Economy With BlackRock’s Fink | AC1G
KI führt zu langfristiger Wertschöpfung in Unternehmen, die diese Technologie einsetzen
In den letzten Monaten mehrten sich Stimmen, die vor einer Abschwächung der Wachstumsraten bei großen KI-Anbietern wie NVIDIA oder anderen Unternehmen der „Magnificent Seven“ warnen. Teilweise wird sogar ein deutlicher Rückgang der Gewinne nicht ausgeschlossen. Tatsächlich verlief die Kursentwicklung der „Mag 7“ in den letzten drei Monaten sehr volatil und außerdem uneinheitlich, nämlich zwischen 26 % plus bei Alphabet und 11 % minus bei Microsoft (Stand 26.01.2026).
Diese Diskussion über die Zukunft von KI ist verständlich – greift aber zu kurz. Denn sie betrachtet KI vor allem aus Sicht der Lieferanten von Rechenleistung und Basistechnologie. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Was passiert, wenn KI nicht mehr nur installiert wird – sondern in vielen Unternehmen produktiv wirkt?
Technologische Umbrüche verlaufen in Phasen
Ergänzend zu den Ausführungen von Jensen Huang werfen wir einen Blick auf die Vergangenheit. Historisch verlaufen große Technologiezyklen meist in drei Stufen:
Phase 1 – Infrastrukturaufbau
Diese Phase ist geprägt von hohen Investitionen in Hardware, Software, Rechenzentren und Netze. Dies führt zu hohen Umsätzen und Gewinnen bei Technologieanbietern
Phase 2 – Implementierung und Lernkurve
In dieser Phase experimentieren die Unternehmen mit der neuen Technologie. Sie schulen Mitarbeiter, passen Prozesse an, suchen nach Rationalisierungsmöglichkeiten. Dies führt zunächst zu höheren Kosten. Produktivitätseffekte sind erst sehr begrenzt sichtbar.
Phase 3 – Produktivitätsdurchbruch
Jetzt ernten die Unternehmen die Früchte ihrer harten Arbeit. Neue Arbeitsweisen setzen sich durch. Die Stückkosten sinken, die Qualität der Produkte steigt, Umsätze und Margen legen zu.
Wenn Unternehmen AI-Anwendungen einführen wollen, führt dies zunächst einmal zu einem erhöhten Aufwand.
Warum KI zunächst Kosten verursacht
In der Praxis bedeutet die Einführung von künstlicher Intelligenz häufig:
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Schulung von Mitarbeitern
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Aufbau neuer Datenstrukturen
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Anpassung bestehender Prozesse
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Pilotprojekte und Fehlversuche
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Integration in bestehende IT-Systeme
Dies führt kurzfristig zu mehr Aufwand, teilweise sinkender Effizienz und zusätzlichen Investitionskosten. Diese Effekte können Gewinne temporär belasten – selbst bei technologisch führenden Unternehmen.
Der Wendepunkt: Wenn KI produktiv wird
Sobald KI-Anwendungen in den operativen Alltag integriert sind, entstehen andere Effekte:
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Aufgaben werden schneller erledigt
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Fehlerquoten sinken
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Entscheidungen werden datenbasierter
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Mitarbeiter können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren
Die typische Ergebnisse heraus sind eine höhere Produktivität pro Mitarbeiter, kürzere Durchlaufzeiten, bessere Qualität von Produkten und Dienstleistungen und vor allem skalierbare Geschäftsmodelle
Ab diesem Punkt wirkt KI nicht mehr als Kostenfaktor – sondern als Gewinnmultiplikator.
KI-Wertschöpfung verlagert sich in die Breite der Wirtschaft
Der größte Teil des langfristigen Nutzens entsteht nicht bei Chip-Herstellern oder Plattformanbietern, sondern bei Unternehmen, die KI in ihren Produkten und Prozessen einsetzen. Dies sind zum Beispiel Industrieunternehmen, Maschinenbauer, Logistik- und Transportunternehmen, Finanzdienstleister sowie Handel und Dienstleistung. KI wird dort zum stillen Effizienztreiber im Hintergrund.
Parallele zu früheren Technologiezyklen
Ähnliche Muster gab es bereits, als die PCs in Unternehmen eingeführt wurden, als das Internet die Welt eroberte und der Online-Handel wuchs. Gleiche Muster gab es, als Unternehmen begannen, ihre Daten in externe Rechenzentren („die Cloud“) zu verlagern und als automatisierte Produktionsstraßen eingerichtet wurden. Dies führte bereits – als weiteres Beispiel – zu einigen „dark plants“. Dies sind vollautomatisierte Produktionsstätten, in denen kein Mensch mehr dauerhaft anwesend ist. Die Roboter arbeiten auch im Dunkeln.
In allen diesen Fällen brauchte es zunächst hohe Anfangsinvestitionen, was zu einer vorübergehenden Renditeminderung führte. Später stellten sich dann massive Produktionsgewinne ein.
Die Implementierung von KI folgt demselben ökonomischen Muster – nur in größerem Maßstab.
Was das für uns Anleger bedeutet
Kurzfristige Schwankungen bei einzelnen KI-Aktien sagen wenig über den langfristigen Nutzen von KI aus. Entscheidend ist, welche Unternehmen KI sinnvoll integrieren, wer Prozesse nachhaltig verbessert und wer damit nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufbaut. Langfristige Gewinner werden jene sein, die KI anwenden, nicht nur jene, die sie verkaufen.
Fazit
Die eigentliche KI-Revolution beginnt nicht mit steigenden Chipverkäufen. Sie beginnt mit steigender Produktivität in der realen Wirtschaft. Wir müssen deshalb darauf achten, in welchen Unternehmen, in welchen Branchen die Möglichkeiten der KI am schnellsten und am konsequentesten genutzt werden.
Tatsächlich beobachte ich, dass in jüngster Zeit zahlreiche Unternehmen und Branchen, die als „langweilige Value-Werte“ angesehen wurden, jetzt eine bessere Performance liefern als die vieldiskutieren KI-Stars. Langfristig entstehen dort neue Effizienzgewinne, Margen und Unternehmenswerte
Beispiele aus der Welt der großen Unternehmen
Caterpillar
Wenn wir „Caterpillar“ hören, denken wir vermutlich sofort an die gigantischen Muldenkipper, die täglich Tausende Tonnen Material auf Großbaustellen und Minen in aller Welt befördern.

Hätten Sie gedacht, dass Caterpillar schon seit 30 Jahren Daten sammelt und schon seit über einem Jahrzehnt in der Lage ist, diese gigantischen Muldenkipper ganz ohne menschlichen Fahrer zu betreiben?
Auf der CES (Consumer Electronics Show) 2026 demonstrierte Caterpillar, wie der kleine CAT 306 durch KI in einen super-intelligenten Arbeitsassistenen verwandelt wird.

Im Zentrum der Demonstration stand der Cat AI Assistant. Das ist ein KI-System, das direkt auf der Maschine läuft. Das bedeutet:
- Es ist keine permanente Cloud-Verbindung nötig
- Die Reaktionszeiten sind äußerst gering
- Die Daten sind sicher
Der Bediener kann mit dem Bagger sprechen – in natürlicher Sprache: „Hey Cat, wie fange ich an?“
Die KI interpretiert die Anfrage, greift auf Maschinenwissen zu und gibt eine verständliche Antwort – gesprochen und kontextbezogen. Die Maschine reagiert unmittelbar. Damit wird aus einem klassischen Arbeitsgerät ein interaktives System, das zuhört, erklärt und unterstützt.
Caterpillar verfolgt mit dem Cat 306 einen klaren Ansatz: Die KI soll nicht den Menschen ersetzen, sondern ihn produktiver, sicherer und souveräner machen. Das Ergebnis: kürzere Einarbeitungszeiten, weniger Fehler, höhere Qualität der Arbeit.
Vermutlich hat die Integration von KI in die Maschine auch ein Stück dazu beigetragen, dass der Aktienkurs von Caterpillar nach einer sehr langen Zeit „entlang des MSCI World“ in jüngster Zeit eine deutliche Outperformance erfahren hat. rötlich: Weltaktienindex. Weiß: Caterpillar, seit Mai 2025 im Aufwind.

Quelle: baha
Erfahren Sie mehr über die Art, wie KI in großen und kleinen Unternehmen genutzt wird.
Videos für Ihren Vermögensaufbau – So holen Sie das Beste raus – Video #20
Das Musterportfolio für Tarif LVL70 bleibt unverändert
Die Investments in dem Musterportfolio, das als Ideenträger für Investments im steuerbegünstigten Versicherungsmantel „LVL70“ dient, sind seit Anfang September 2025 auf vier Positionen aufgeteilt, die ihre Schwerpunkte in unterschiedlichen Märkten haben. Für diesen Tarif steht eine Auswahl von 44 ETFs zur Verfügung.

Wir setzen dieses Investment unverändert fort.
Die verwaltete Strategie für „LV1871“
Für den Tarif „Premium Pension“ der LV1871 stellen wir die verwaltete Anlagestrategie „Vermögen fürs Leben“ zur Verfügung. Diese Strategie ist breit diversifiziert und berücksichtigt auch die neuen Investment-Chancen, die durch den Aufbau einer weltweiten Infrastruktur für KI-Anwendungen entstehen. Die Wertentwicklung seit Auflage dieser verwalteten Strategie im November 2023 bis zum 26.01.2026 beträgt plus 56,18 %.
dunkelgrün: Strategie „Vermögen fürs Leben“
hellgrün: 100 % Morningstar-Peergroup Mischfonds Welt zum Vergleich

Diese Strategie wird ohne Mitwirkung der Investoren als verwaltete Strategie an veränderte Markterwartungen angepasst.
In beiden Tarifen: keine Steuer bei Umschichtungen
Beide Tarife sind steuerbegünstigte Versicherungen, in denen Dividenden, Zinserträge und auch Veräußerungsgewinne bei Umschichtungen nicht besteuert werden. Die Policeninhaber können ihre Investments damit viele Jahre lang steuerfrei wachsen lassen und die Allokation während der gesamten Zeit immer wieder an die jeweiligen Markterwartungen anpassen, ohne auf einen Veräußerungsgewinn anlässlich des Verkaufs einer gut gelaufenen Position Steuern abführen zu müssen.
- Ausblick auf die Anlagemärkte per 26.01.26 - 26. Januar 2026
- IhrKonzept-KAPITALMARKTAUSBLICK: Danke! - 30. Dezember 2025
- Ausblick auf die Anlagemärkte per 24.12.25 - 27. Dezember 2025