Vermoegensanlage-Geld-anlegen-2021-Rendite-fuer-mein-Geld-IhrKonzeptAKTUELL-IhrKonzeptAKTUELL-1400

Ausgabe 08/2022

31. Juli 2022

Guten Tag, reader reader.

    Im Juli überraschten uns die Aktienbörsen mit einem starken Anstieg. Der Weltaktienindex ist jetzt höher bewertet als vor dem Beginn der russischen Invasion. Ist dies nur eine kurzfristige Bärenmarkt-Rally oder bereits der Beginn eines erneuten Anstiegs?

    Der internationale Währungsfonds (IMF) zeichnet in seiner jüngsten Veröffentlichung vom 26. Juli ein düsteres Bild und schreibt:Die drei größten Volkswirtschaften der Welt geraten ins Stocken, mit wichtigen Folgen für den globalen Ausblick. Die Inflation ist ein großes Problem.“

    In seinen Latest World Economic Outlook Growth Projections reduziert der IMF seine Wachstumsprognosen für 2022 um weitere 0,5 % und für 2023 gar um 0,7% im Verhältnis zu den Prognosen per April 2022.

    Sollte die Gaslieferung von Russland nach Europa vollständig eingestellt werden, zeichnet der IMF ein noch düsteres Bild. Dann würde das globale Wachstum im Vergleich zu der Vorschau vom April in 2022 um 1 % auf nur noch 2,6 % in diesem Jahr und um 1,5 % auf nur noch 2 % im Jahr 2023 zurückgehen.

    Die folgende Übersicht beginnt zunächst mit den Wachstumszahlen für 2021. Im Vergleich dazu liegt das erwartete Wachstum in 2022 und 2023 extrem niedrig.

    IMF - Wachstumsprognosen per Juli 2022 - nur USA und Eurozone
    Dieser Vergleich täuscht jedoch. Warum? Weil 2021 das Jahr war, in dem das Wirtschaftswachstum weltweit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt lag. Die Weltwirtschaft holte 2021 einen Großteil des Rückgangs, den sie infolge der Lockdowns in 2020 erlitten hatte, wieder auf.

    Eine Woche vor dem IMF veröffentlichte Capital Economics in seinem „Global Economic Outlook“ seine Einschätzung zum künftigen Wirtschaftswachstum, allerdings inklusive der Zahlen für die Jahre 2019 bis 2021. Mit diesem Zusammenhang wird deutlich:
    • 2019 war das letzte „normale“ Jahr
    • 2020 ging das Wirtschaftswachstum in allen Volkswirtschaften extrem zurück.
    • 2021 holte das Wachstum den größten Teil des Rückgangs von 2020 wieder auf
    • 2022 liegt nicht weit vom Durchschnitt entfernt
    • 2023 liegt das Wachstum in den USA und der Eurozone niedriger
    • 2024 nähert sich das Wachstum wieder dem Durchschnitt der Vorjahre an
    Die Angaben für 2022, 2023 und 2024 sind natürlich nur Prognosen, basierend auf den Erwartungen per 21.07.2022.

    CE - GDP 2019 bis 2024 Welt
    2023 wird das Wirtschaftswachstum zurückgehen. Alle Volkswirte sind sich bei diesem Punkt einig. Der Rückgang des Wachstums ist eine unabdingbare Folge der Zinserhöhungen, die von den Notenbanken mit genau dieser Absicht inszeniert werden: Konsumenten- und Investitionskredite sollen teurer werden. Die Nachfrage soll gebremst werden. Damit soll das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden. Dies führt unweigerlich zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung.

    Was bedeutet dies für die Aktienmärkte? Hier müssen die Prognosen zunächst einmal genauer betrachten. Diese sagen für das Jahr 2023: Die Wirtschaftsleistung wird nicht zurückgehen, sondern nur langsamer wachsen. In den USA (siehe Tabelle oben) nicht mehr mit 2,3 % wie im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2018, sondern nur noch mit 1,2 %. In der Eurozone nicht mehr mit 1,4 %, sondern nur noch mit 0,5 %. Das liest sich anders als die Ergebnisse des Jahres 2020.

    In den Aktienmärkten spielen die Erwartungen der Investoren eine wichtige Rolle. Die Stimmung, das „Sentix“, ist derzeit extrem schlecht. Die blaue Linie der folgenden Grafik zeigt den PMI Future Output (Purchase Manager Index = Index der Einschätzung der Einkaufsmanager zu den künftigen Produktionsleistungen). Die schwarze Linie – und hier sehen Sie bitte genau hin – zeigt die Stimmungslage der Anleger in den weltweiten Aktienmärkten.
    CE - Global Output PMI und Sentix Expectations
      Eine so schlechte Stimmungslage wird sich nicht unendlich lange halten. Achten Sie auf den extrem schnellen Anstieg des Sentix nach dem Einbruch Anfang 2020, als Lockdowns die Wirtschaft rund um den Globus behinderten.

      Wir können sicher sein: alle aktuell diskutierten Risiken sind in den derzeitigen Kursen der Aktienmärkte eingepreist. Nur neue, bisher nicht berücksichtigte Risiken – genauso wie auch Chancen – werden zu neuen Bewegungen in den Aktienmärkten führen.

      Wie würden die Aktienmärkte reagieren, wenn die russischen Gaslieferungen nach Europa vollständig entfallen? Welche neue, bisher nicht berücksichtigte Erkenntnis wäre in einem solchen Ereignis enthalten?

      Wie würden die Aktienmärkte reagieren, wenn belastbare Informationen über konstruktive Verhandlungen zur Beendigung des Krieges bekannt würden?

      Tatsache ist, dass der Weltaktienindex, der über 1.500 Unternehmen in 23 Industrieländern abbildet, im Juli um nahezu 10 % zugelegt hat. Hätten Sie das vor einem Monat erwartet?

      Zahlreiche Börsenexperten meinen, dass es sich hierbei um eine Bärenmarkt-Rally handelt. Damit meinen sie eine vorübergehende Kurssteigerung in einem tendenziell nach unten gerichteten Aktienmarkt, vielleicht auch befeuert durch Eindeckungen von vorher stattgefundenen Leerverkäufen großer Spekulanten. Es kann aber auch andere Gründe haben.

      Schauen Sie in den „Kapitalmarktausblick für den Monat August“. Er ist dieses Mal etwas umfangreicher. Ich möchte die täglichen Hundertschaften von oberflächlichen Headlines mit tiefer recherchierte Fakten ergänzen. Sie haben es bei dem IMF-Report schon bemerkt: der flüchtige Leser könnte einen unrealistischen Eindruck daraus gewinnen. Die Weltwirtschaft schrumpft nicht, sie wächst weiter – nur etwas langsamer.

      Hier ist der Link:
      Kapitalmarktausblick per August 2022 (ihrkonzept.de)



      Das Musterportfolio 3 für die lebenslang steuerbegünstigten Versicherung gemäß Tarif LVL70 liegt nunmehr (nach acht Jahren und sieben Monaten) bei plus 124 Prozent. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wertzuwachs von 9,8 % pro Jahr. Die Allokation wurde am 6. Mai angepasst und enthält immer noch einen Anteil von 50 % kurzfristiger Staatsanleihen Deutschland ohne Wertschwankungen. In der Rückschau wissen wir es besser: Im Juli war dies von Nachteil. Wenn ich jetzt wüsste, ob sich die Aufwärtsbewegung fortsetzt oder ob dies tatsächlich nur eine kurzfristige Bärenmarktrally mitten in einer Abwärtsbewegung war? So spielt das Musterportfolio weiter nur mit halbem Risiko – aber auch mit halber Chance.

      Hier ist der Link:

      LVL70 - Musterportfolios 2 und 3: Ergebnisse per 28.07.2022 und Allokation ab August 2022 (private-insuring.de)

      Herzliche Grüße
      Walter Feil



      Für nähere Auskünfte stehen meine Tochter und ich jederzeit zur Verfügung.
      Sie erreichen uns wie folgt:

      Walter Feil:
      Mail: wf@ihrkonzept.de
      Tel.: 07223 – 990 98 11

      Carina von Oosten:
      Mail: co@ihrkonzept.de
      Tel.: 07223 – 990 98 13


      Email Marketing Powered by MailPoet