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Ausgabe 11/2021

1. September 2021

Guten Tag, reader reader.

unser derzeitiger Bundesfinanzminister Olaf Scholz gab in einem Interview mit Sven Afhüppe (1.9.2018, Handelsblatt) bekannt, dass er sein Geld „auf dem Konto“ anlege. Unser derzeitiger Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erklärte vor dem Wirecard-Untersuchungsausschuss, dass er „noch nie Aktien oder dergleichen besessen“ habe.

Nun steht es beiden Herren völlig frei, wie sie ihr Vermögen allokieren und wie sie Reserven „für später“ aufbauen wollen. Ich empfinde es jedoch als schädlich, wenn sich diese beiden Herren in der Öffentlichkeit so äußern, und dies aus zwei Gründen:

  1. Beiden Ministern unterstellen wir, dass sie im Bereich „Vermögensanlage – Vermögensaufbau – Alterssicherung“ über weit überdurchschnittliche Kompetenz verfügen. Wir unterstellen weiterhin, dass sie ein tiefes Verständnis darüber haben, wie in unserem Land Wohlstand entsteht. Schließlich sind diese beiden Männer dafür verantwortlich, in unserem Land die Weichen zu stellen, wie die Wirtschaft unterstützt, der Wohlstand gemehrt und die Staatseinnahmen langfristig gesichert werden.
  2. Beide Minister sind wegen ihrer Popularität auch Influencer mit einer erheblichen Reichweite.
Die Kompetenzvermutung und die Reichweite multiplizieren sich zu einem Einfluss, der wieder einmal mehr hunderttausende von Menschen davon abhält, intelligent über einem sinnvollen langfristigen Vermögensaufbau nachzudenken. Die beiden obersten Geldkenner der Republik müssen es ja wissen: Aktien pfui, Geldkonto hui! Und wieder steuern viele Tausend Bürger mehr auf die Altersarmut zu.

Ich würde es sehr schätzen, wenn beide Influencer offen und ehrlich auch den zweiten Teil der Botschaft übermittelt hätten. Das könnte dann etwa so lauten: „Bitte nehmt dies nicht als Empfehlung für Euch. Dies gilt nur für mich und meine persönlichen Verhältnisse. Ich nämlich muss mir keine Gedanken machen, wovon ich im Alter leben will, weil ich vom Staat (also von Euch …) eine lebenslang garantierte und auskömmliche Versorgung erhalten werde. Ihr aber, liebe Mitbürger, solltet Euch beizeiten darum kümmern, wie ihr mit Eurem Vermögen eine vernünftige Rendite erzielen könnt, die nicht nur den Kaufkraftverlust durch die schleichende Inflation ausgleicht, sondern darüber hinaus auch noch zu einer Vermögensmehrung führt.“

Der Bundeshaushalt steht und fällt mit einer florierenden Wirtschaft
Dem Bundesfinanzminister wird sicherlich klar sein, dass die Einnahmen, die in seinem Bundeshaushalt eingeplant sind, davon abhängen, dass die Wirtschaft in Deutschland brummt, dass die Unternehmen Gewinne erzielen, dass die Arbeitnehmer Löhne und Gehälter beziehen, dass die Konsumenten kaufen und damit Umsatzsteuer zahlen. Der Bund erzielte im Jahr 2020 …
  • 94 Milliarden Euro Umsatzsteuer.
    Diese Steuer fließt nur dann in den Haushalt ein, wenn die Konsumenten über die Kaufkraft verfügen, Waren und Dienstleistungen inklusive 94 Milliarden Umsatzsteuer zu kaufen.
  • 115 Milliarden Euro Lohn- und Einkommensteuer (plus Soli).
    Diese Steuer fließt nur dann in den Haushalt ein, wenn die Unternehmen Löhne bezahlen und die Selbständigen Gewinne erzielen.
  • 12 Milliarden Körperschaftsteuer.
    Diese Steuer fließt nur dann in den Haushalt ein, wenn die Körperschaften (im wesentlichen Unternehmen) Gewinne erzielen.
Ist dem Bundesfinanzminister und seinem Kollegen im Bundeswirtschaftsministerium wirklich bewusst, dass in unserem Staat nichts mehr funktionieren wird, wenn die Unternehmen keine Gewinne erzielen, wenn sie keine Löhne mehr zahlen, wenn sie keine Waren und Dienstleistungen mehr produzieren, die sie – inklusive abzuführender Umsatzsteuer – an Konsumenten verkaufen können?

Wenn Unternehmen florieren, wenn sie wachsen, wenn sie Gewinne erzielen – dann partizipieren auch die Eigentümer dieser Unternehmen davon. Und diese Eigentümer nennt man in unserem Land seit Jahr und Tag „Aktionäre“, wenn die Unternehmen börsennotiert sind. Diese Zusammenhänge sind in den USA und in allen anderen Wirtschaftsstandorten unserer Welt genauso.

Fragerunde am 14. September mit Armin Laschet
Am 14. September darf ich Gast auf ThePioneer One sein. Das ist die schwimmende Redaktionszentrale, auf der unter anderem das tägliche MorningBriefing von Gabor Steingart entsteht. Siehe: ThePioneer One | ThePioneer

Steingart hat den Ministerpräsidenten von NRW, Herrn Armin Laschet, zu einem einstündigen Interview eingeladen. Darauf folgt eine Fragerunde mit den Gästen. Ich wurde zugelassen und werde den Kanzlerkandidaten fragen, wie er den Bürgern unseres Landes Unterstützung geben könnte, ihr Verständnis über Geld, Wirtschaft und Aktien zu verbessern. Mehr Kenntnisse – auch über Wirtschaft und Aktien – werden dazu beitragen, dass mehr Bürger zu einem eigenen Vermögen als Reserve „für später“ kommen und der Staatshaushalt damit entlastet wird.

Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch und werde berichten.

Was bringt uns die Wahl?
Zwölf Tage nach diesem Interview ist bereits Bundestagswahl. Wie wird der Wahlausgang die Aktienmärkte beeinflussen?

Vermutlich wird es etwas Bewegung im deutschen Markt kurz vor und nach dem Wahltag geben. Aber: Deutschland ist nicht der Nabel der (Aktien)-Welt. Der Anteil der deutschen Unternehmen am Weltaktienindex beträgt nur 2,8 %. Der international ausgerichtete Langfrist-Anleger, der seine Investments nach Marktkapitalisierung weltweit aufgeteilt hat, wird kaum eine Veränderung in seinem Depot bemerken.

Und was bringt die Wahl für Deutschland? Ich fürchte: wenig bis keinen Fortschritt für das Land. Wir haben mehrere Parteien, von denen sich nach der Wahl vermutlich drei zu einer Koalition zusammenfinden müssen, um eine Mehrheit für die Regierung zu bilden. Nach dem Wahltag werden die Akteure wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfinden müssen. Was ist mit unserem Haushalt finanzierbar? Was ist konsensfähig? Die meisten Wahlversprechen werden noch in der Wahlnacht in der Mülltonne landen.

Ich hoffe für Sie und für mich, dass wir nach dem Wahltag eine Regierung erhalten, die sich klar darüber ist, dass Einkommen und Wohlstand - und damit auch ein gesunder Staatshaushalt – nur über eine gut florierende Wirtschaft zu erreichen sind.

Hier noch ein Blick auf die Kapitalmärkte:
Kapitalmarktausblick per 1. September 2021: weiter aufwärts, jedoch langsamer (ihrkonzept.de)

... und das Portfolio für die steuerbegünstige Versicherung
LVL70 - Musterportfolios 1-3: Ergebnisse per 31.08.2021 und Allokation ab September (private-insuring.de)

Herzliche Grüße
Ihr Walter Feil
Ihre Carina von Oosten



Für nähere Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie erreichen uns wie folgt:

Walter Feil: Tel. 07223 – 990 98 11, Mail: wf@ihrkonzept.de
Carina von Oosten: Tel. 07223 – 990 98 13, Mail: co@ihrkonzept.de