Vermoegensanlage-Geld-anlegen-2021-Rendite-fuer-mein-Geld-IhrKonzeptAKTUELL-IhrKonzeptAKTUELL-1400

Ausgabe 6/2021

1. Mai 2021

Guten Tag reader reader,

Die USA sind schon weiter als wir: 100 Tage nach der Amtseinführung wird klar, dass der neu gewählte Präsident Joe Biden nicht nur ein gigantisches Budget zum schnellen Hochfahren der Wirtschaft bereitgestellt hat, sondern auch schon darüber nachdenkt, wie er die ebenso gigantischen Defizite im Staatshaushalt finanzieren will.

Die USA besteuern Veräußerungsgewinne aus einem Aktienverkauf bisher deutlich niedriger als die Einkünfte aus einem Anstellungsverhältnis. Dies soll sich gemäß den Plänen von Joe Biden ändern. Statt bisher maximal 20 % sollen Einkommensmillionäre künftig 39,6 % Kapitalertragsteuer bezahlen. Unter Berücksichtigung eines Zuschlags bedeutet dies allein auf Bundesebene 43,4 % Steuer auf die Kapitalerträge. Rechnet man die in den Bundesstaaten zusätzlich erhobenen Steuern dazu, führt dies zu einem Steuersatz von über 52 % in New York und zu fast 57 % in Kalifornien.

Dies ist für uns zunächst einmal nur eine Randnotiz. Schließlich zahlen wir unsere Steuern in Deutschland und nicht in den USA. Aber Vorsicht: die Diskussion ist eröffnet. Wer kennt die Begehrlichkeiten unserer künftigen Regierung, wer immer diese stellen wird?

Wie lange noch gibt es die pauschale Abgeltungsteuer?
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Argumente, die vor der Einführung der pauschalen Abgeltungsteuer diskutiert wurden. Man wollte erreichen, dass auch die Erträge der von deutschen Steuerbürgern im Ausland angelegten Summen im Inland zu Steuereinnahmen führen. Der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück beschrieb das Bestreben sehr prägnant, als er sagte: „25 Prozent von X sind besser als 42 Prozent von nix“.

Abschaffung war schon 2015 gewünscht
Schon 2015 plädierten die Länderkammer und Teile der Regierungskoalition für ein schnelles Ende der Abgeltungsteuer. Doch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der diesem Ansinnen schon seinerzeit wohlwollend gegenüberstand, wollte dies erst nach den nächsten Bundestagswahlen 2017 umsetzen. Erst sollte ein zuverlässiger Kontrollmechanismus geschaffen werden. Alle von deutschen Steuerbürgern im Ausland angelegten Summen sollten lückenlos an den deutschen Fiskus gemeldet werden.

Automatischer Informationsaustausch funktioniert mittlerweile tadellos
Der automatische Informationsaustausch (AIA / Automatic Exchange of Information) über Kapitaleinkünfte trat 2016 in Kraft. Das Verfahren soll sicherstellen, dass die führenden Industrieländer im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vollautomatisch Informationen über Kapitalanlagen ihrer Steuerbürger austauschen. Wenn Sie, lieber Leser, Konten, Depots oder Versicherungspolicen im Ausland unterhalten, dann werden Sie vermutlich schon Anfragen von Ihrem Finanzamt erhalten haben, welche Erträge daraus entstanden sind und wie Sie diese Erträge in Ihrer deutschen Steuererklärung erklärt haben.

Datenaustausch ist etabliert – Argumente für niedrige Pauschalsteuer entfallen
Mit der Inbetriebnahme des vollautomatischen Informationsaustausches (AIA) entfallen die 2015 von Peer Steinbrück vorgebrachten Argumente, eine moderate Pauschalsteuer festzusetzen („25 Prozent von X sind besser als 42 Prozent von nix“). Ich rechne fest damit, dass die Besteuerung von Kapitalerträgen gemäß dem persönlichen, individuellen Steuersatz unmittelbar nach der nächsten Bundestagswahl wieder auf die Agenda kommt.

Anleger von Versicherungsvermögen sind bessergestellt
Wenn das Vermögen in Investmentfonds und ETFs nicht im Rechtsrahmen eines Depots, sondern im Rechtsrahmen einer steuerbegünstigten Versicherung angelegt ist, bleiben sämtliche Erträge aus diesem Vermögen (Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Veräußerungen anlässlich einer Umschichtung in der Police) zunächst einmal steuerfrei. Erst wenn irgendwann später (Teil-) Auszahlungen aus dem Vertrag erfolgen, wird der damit anteilig realisierte Gewinn besteuert. Auch dann gibt es noch Sonderregelungen mit Freibeträgen. Soweit das im Versicherungsvertrag angelegte Vermögen nach dem Ableben der versicherten Person z.B. an Kinder, Enkel oder andere Personen ausbezahlt wird, bleiben der bis dorthin steuerfrei aufgelaufenen Gewinn endgültig steuerfrei.

Inhaber solcher Policen teilen dem Finanzamt auf Anfrage einfach mit, dass das durch den Kontrollmechanismus im Ausland (z.B. Luxemburg oder Liechtenstein) angelegte Vermögen im Rahmen einer steuerbegünstigten Versicherung verwahrt wird und fügen einen Nachweis hierüber bei.

Bestandsschutz nutzen
Die letzte große Anpassung der steuerlichen Handhabung von Versicherungsvermögen trat per 1.1.2005 in Kraft. Damals galt, wie in einem Rechtsstaat üblich, dass Verträge mit Abschlussdatum vor dem 1.1.2005 weiterhin nach altem Steuerrecht behandelt wurden. Ich empfehle, dass Sie Ihre Überlegungen, wie Sie die derzeit gültigen Regelungen noch vorteilhaft nutzen können, nicht allzu weit in die Zukunft verschieben.

Kapitalmärkte weiterhin volatil und tendenziell aufwärts
Ach ja, da war doch noch was: In den Kapitalmärkten bleibt uns die Volatilität erhalten. Derzeit wechselt das Bühnenbild von „Pandemie“ auf „Zinshöhe und Tapering“. Tendenz: weiterhin steigend, mit Schwankungen. Hier ist der Link:

Ausblick Mai 2021: Zinshöhe und Tapering wird zum beherrschenden Thema (ihrkonzept.de)

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße
Ihr Walter Feil
Ihre Carina von Oosten



Sie erreichen uns wie folgt:

Walter Feil: Tel. 07223 – 990 98 11, Mail: wf@ihrkonzept.de
Carina von Oosten: Tel. 07223 – 990 98 13, Mail: co@ihrkonzept.de