DJE: Börsentrend weiterhin positiv für Aktien

Geposted von Walter Feil am

Die DJE Kapital AG weist in ihrem jüngsten Marktkommentar (Ausgabe 02/2018) darauf hin, dass Trends an der Börse häufig länger laufen als allgemein erwartet. Dies gilt sowohl für negative als auch für positive Börsentrends.

Märkte kurzfristig überkauft – mittelfristig aussichtsreich

DJE sieht die Märkte als „markttechnisch kurzfristig überkauft“, international jedoch als „mittelfristig aussichtsreich“. Die Unternehmensgewinne steigen erstmals seit Jahren deutlich. Liquidität ist weiterhin reichlich verfügbar.

Kaum Alternativen zu den Aktienmärkten

Die Bewertungen der Aktien in zahlreichen Märkten liegt im historischen Vergleich über dem Durchschnitt. Eine wesentliche Rolle spielt jedoch die Frage, welche Alternativen den Anlegern zur Verfügung stehen. In den Anleihemärkten sind die Zinserträge so niedrig, dass Aktien trotz ihrer historisch hohen Bewertung immer noch die sinnvollere Alternative darstellen. Häufig sind alleine die Dividendenerträge von Aktien höher als die Zinserträge von Anleihen. So kommt DJE zu der Schlussfolgerung, dass die derzeitige Aktienhausse so lange andauern kann, bis die Zinsen in den USA so weit erhöht sind, dass sie zu einer Konkurrenz zu den Aktienmärkten werden.

Einschränkung der Liquidität kann zu fallenden Kursen führen

Gefahren drohen auch aus einer Einschränkung der Liquidität. Wenn Anleger dazu gezwungen werden, ihre häufig kreditfinanzierten Aktienpositionen wegen steigender Zinsbelastungen zu reduzieren, kann dies zu Verkaufswellen und damit zu hoher Volatilität führen. An der NYSE (New York Stock Exchange) waren per Ende 2018 um die 600 Milliarden USD „Margin Dept“ registriert. Dies bedeutet, dass Aktien im Gegenwert von über einer halben Billion USD auf Kredit gekauft waren.  

Die Notenbanken rings um den Globus sind in den letzten zwei Jahren dazu übergegangen, die Marktteilnehmer mit sorgfältig abgewogenen Formulierungen, vorsichtig und vorausschauend auf Änderungen der Zinspolitik vorzubereiten. Damit wollen sie Überraschungen vermeiden und panikartige Reaktionen an den Märkten vermeiden.

Inverse Zinskurve gibt führzeitig Hinweise auf kommende Aktienbaisse

In der Vergangenheit hat ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen (Federal Funds oder 2-jährige Staatstitel) über die Zinssätze für 10- oder 30-jährige Staatsanleihen häufig zu einem Ende einer Aktienhausse geführt. Im Allgemeinen folgt die Baisse auf den Beginn solch einer inversen Zinskurve erst mit einer Zeitverzögerung von durchschnittlich sechs Monaten.

Kommentar
Wie seit Jahrzehnten gewohnt, versorgen derzeit schon eine große Zahl von mehr oder weniger prominenten Börsengurus ihre Anhängerschaft mit Crash-Warnungen. Der besorgte Anleger folgt diesen Hinweisen nur zu gern, kauft deren Börsenbriefe und Bücher und finanziert damit den Lebensstil der Verfasser. Wer schon zur Jahresmitte 2017 aus den Aktieninvestments ausstieg, verpasste den jüngsten Anstieg der Kurse in einer sich immer noch fortsetzenden Hausse. DJE sieht die Entwicklungen mit professioneller Beurteilung gelassener.

Wenn Sie den bisher erreichten Wertzuwachs in den Aktienmärkten sicherstellen möchten, könnten Sie beginnen, schrittweise in weniger volatile Märkte umzuschichten. Anleihen mit langen Restlaufzeiten erscheinen mir noch anfälliger als Aktien. Ein Sortiment von Wohnimmobilien mit stabilen Mieteinnahmen von fünf bis sieben Prozent (bezogen auf den Kaufpreis) erscheint mir eher als prüfenswerte Alternative. 

Sollten sich die Anzeichen auf eine kommende Bausse verdichten (z.B. eine inverse Zinskurve wie oben beschrieben), kann der Rückzug auf Kontengeld und Anleihen von Staaten hoher Bonität mit sehr kurzen Restlaufzeiten eine Alternative sein, um damit in Ruhe die nächste Hausse abzuwarten.