Ausblick 2018: DAM erwartet weltweit gute Konjunktur

Geposted von Walter Feil am

Für das Jahr 2018 erwartet die Deutsche Asset Management (DAM) weiterhin eine gute Entwicklung der Konjunktur.  Der CIO-View (Ausblick des Chief Investment Officers) spricht von einem globalen, synchronen Aufschwung, einer nur moderaten Reduktion des geldpolitischen Stimulus und steigenden Gewinnerwartungen. Die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum liegt bei 3,8 % für 2018 (nach 3,7 % für 2017 und 3,2 % für 2016). Zusammengefasst wird für 2018 „ein solides Wachstum ohne Überhitzungsgefahr“ erwartet.

Schwellenländer führen das Wachstum an

Die Schwellenländer tragen mittlerweile 60 % zum Gesamtwachstum bei, die Industrieländer 40 %. Diese Ziffer gibt die Stärke des Wachstums an, nicht jedoch den absoluten Anteil an der Weltwirtschaftsleistung.

Für die USA erwartet die DAM in 2018 ein Wachstum von 2,3 % (nach 2,3 % für 2017), in der Eurozone  2,0 % (nach 2,3 % in 2017), in China 6,5 % (nach 6,7 %) und in Indien 7,5 % (nach 6,8 %). Damit führen die Schwellenländer auch 2018 das weltweite Wirtschaftswachstum an. Dies bedeutet, dass sich immer größere Anteile der globalen Wirtschaftsleistung von den Industrieländern in die Schwellenländer verlagern.

Kerninflation bleibt weiterhin unter zwei Prozent

Die Europäische Zentralbank strebt an, die Inflation in der Eurozone nahe an die Zwei-Prozent-Grenze heranzuführen. Die DAW erwartet für 2018 jedoch nur eine Inflationsrate von 1,4 % (nach 1,5 % in 2017). Vor diesem Hintergrund ist kaum damit zu rechnen, dass die geldpolitischen Zügel in 2018 stark angezogen werden. Es ist somit weiterhin viel Liquidität im Markt. Das Zinsniveau im Euroraum bleibt niedrig. Diese Rahmenbedingungen unterstützen die Aktienkurse.

Politische Entwickungen beeinflussen das Wirtschaftswachtum nur gering

„Politische Börsen haben kurze Beine“ ist ein geflügeltes Wort unter Anlage-Spezialisten. Auch die DAM erwartet für die globale Wirtschaftsentwicklung keine wesentlichen Folgen aus den derzeit offenen Baustellen der Politik, wie der Regierungsbildung in Deutschland, der Abspaltungsbewegung in Spanien, dem Brexit von Großbritannien, den Neuwahlen in Italien, der Steuerreform und den Zwischenwahlen in den USA, … Lokal mögen überraschende Entwicklungen zu kurzfristigen Verwerfungen führen. Die Weltwirtschaft wird dadurch wenig beeinflusst.

Aktienkurse historisch hoch,
Unternehmensgewinne steigen weiter

An den Börsen werden die Erwartungen für die Zukunft gehandelt. Ein wichtiger Faktor für die Bewertung von Aktien ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es gibt an, wie hoch der Bewertung eines Unternehmens im Verhältnis zum Jahresgewinn ist. Ein KGV von 15 sagt z.B., dass die Summe aller Aktien eines Unternehmens derzeit dem 15-fachen des aktuellen Jahresgewinns entspricht.

Steigende Gewinne führen in der Regel zu steigenden Aktienkursen, und umgekehrt. Die Investoren bewerten „die Zukunft“ eines Unternehmens. Die DAM erwartet für 2018 ein Gewinnwachstum von

  • 9 % in den USA (12 %, wenn die Steuerreform umgesetzt wird)
  • 8 % in Deutschland
  • 8 % in Europa
  • 11 % in Japan
  • 15 % in den Schwellenländern

Dies lässt allgemein steigende Aktienkurse erwarten. Gleichzeitig ist es die zweite klare Aussage für eine klare Präferenz der Schwellenländer, die mit 15 % in 2018 (nach 24 % in 2017) ein stärkeres Gewinnwachstum vor sich haben als die Industrieländer.

Anleihen mit unterdurchschnittlichem Ertrag

Der Ertrag von Anleihen wird, verglichen mit der Vergangenheit, weiter unterdurchschnittlich erwartet. In allen Märkten ist die Volatilität (Schwankungsbreite der Anleihenkurse um einen Mittelwert, allgemein als „Risiko“ empfunden) höher als der Zinsertrag. Künftige leichte Zinssteigerungen werden zu Kursverlusten führen, was bei der Ertragserwartung mit berücksichtigt werden muss.

Den Ertrag aus einer Investition in Anleihen erwartet die DAM etwa wie folgt:

  • Bundesanleihen: Minus ein bis zwei Prozent
  • Euro-Unternehmensanleihen: drei Prozent
  • Euro-Hochzinsanleihen: zwei Prozent
  • US-Treasuries: ein Prozent (in USD)
  • Staatsanleihen der EM: fünf bis sechs Prozent (in USD)
  • Unternehensanleihen in den EM: fünf Prozent (in USD)

In allen Anleihemärkten liegt der Ertrag unter der Volatilität. Die DAM meint, dass in 2018 „positive Erträge für risikobehaftete Anleihen“ erwartet werden. Dies mag ein nützlicher Hinweis sein für alle Investoren, die – z.B. aus regulatorischen Gründen – gezwungen sind, einen Teil ihrer Vermögensanlagen in Anleihen zu halten.

Immobilien als Alternative für risikobehaftete Anleihen

Private Anleger, die keinen solchen Zwängen unterliegen, sind meiner Auffassung gemäß besser bedient, wenn sie die Investition in Anleihen vemeiden und stattdessen andere Anlagemöglichkeiten bevorzugen. Dies könnte zum Beispiel eine breit gestreute Investition in nachhaltig ertragreich vermietete Immobilien sein, wie dies bequem und ohne laufenden Verwaltungsaufwand über geschlossene Immobilienfonds möglich ist. Damit ist trotz der mittlerweile schon gestiegenen Kaufpreise immer noch ein Mietertrag vor Kosten von fünf bis sieben Prozent zu erreichen, was nach Kosten zu einer Rendite von vier bis sechs Prozent führt. In diesem Bereich wirkt sich das niedrige Zinsniveau wie ein Rendite-Turbo aus, da die Zinskosten für eine teilweise Finanzierung der Immobilien deutlich unter dem Mietertrag liegen.

Für Vermögensreserven, die jederzeit kurzfristig zur Verfügung stehen müssen, bieten sich Bankkonten an, mit geringen Kosten, ohne Wertschwankungsrisiko und mit bequemen Zugriff per Onlinebanking. Der mögliche Mehrertrag mit Anleihen (Investmentgrade) ist gemäß meiner Auffassung so gering, dass er das Schwankungsrisiko nicht angemessen ausgleicht.

Ausblick 2018 „konstruktiv“

Das Jahr 2018 wird in den Investmentmärkten insgesamt „konstruktiv“ verlaufen. Die DAM weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass hohe Wachsamkeit angebracht ist – und natürlich auch, dass jede Prognose für die Zukunft stets auf Annahmen beruht. Ich schließe mich diesem Hinweis an: die Prognose ist keine Handlungsempfehlung. Sie beruht auf Annahmen und Erwartungen, die so eintreffen können – oder auch nicht. Sie kann auf keinen Fall eine individuellen Anlageberatung ersetzen. Sie kann allenfalls ein Mosaikstein sein, der dazu beitragen kann, sich eine persönliche Meinung zu den weiteren Entwicklungen der Investmentmärkte zu bilden.

Quellen:
CIO-View November 2017 der Deutsche Asset Management, welche zum Geschäftsbereit der Deutsche Bank AG gehört, und eigene Recherchen.

Walter Feil

ist seit 1978 Berater für steuerbegünstigte Vermögensanlagen tätig. Er ist Experte für Investmentresearch und Privat-Insuring-Konzepte sowie Lehrbeauftragter der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim.
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