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Ausgabe 12/2021

1. Oktober 2021

Guten Tag, reader reader.

Deutschland hat gewählt – und das Fiasko wird sich fortsetzen. Völlig gleichgültig, welche Partei, welche Person, welche Ideologie die kommenden Jahre die Führung in Deutschland übernimmt: unser System hat zu viele Bremsen, zu viele Blockaden, zu viele, die mitreden wollen und dürfen. Dies ist ein Gemenge, das den Fortschritt zuverlässig verhindert.

Vor nicht ganz 20 Jahren wurde Deutschland als „der kranke Mann Europas“ bezeichnet. Dann kam Schröder mit seiner Regierungserklärung vom 14. März 2003 und startete die Umsetzung der „Agenda 2010“. Die Folgen:
  1. Deutschland war zehn Jahre später die führende Wirtschaftsmacht in Europa
  2. Schröder wurde abgewählt.
Heute sind wir wieder in vielen Bereichen das Schlusslicht in Europa.

An unserer Wirtschaft liegt es nicht. In den letzten Tagen hörte ich lange Interviews mit einigen der führenden Wirtschaftslenker in unserem Land. Die Wirtschaft will und kann das Tempo der Erneuerung beschleunigen. Sie braucht aber die Unterstützung der Politik.

Martin Brudermüller, CEO der BASF AG, sagt:
„Wir sind bereit und in der Lage, unsere energie-intensiven Prozesse vollkommen auf erneuerbare Energien umzustellen. Dazu brauchen wir Strom – viel Strom. Wir können den Strom, der mit den Windkraftanlagen offshore im Norden erzeugt wird, aber nicht in ausreichendem Maße nutzen, weil es keine Leitungen gibt.

Wir bauen derzeit unsere Produktion in China mit einem Aufwand von 10 Milliarden Euro aus. Wenn wir dort Unterstützung von Seiten der Behörden brauchen, treffen wir uns zu einer Konferenz. Acht Wochen später sind sämtliche Punkte abgearbeitet und erledigt. In Deutschland dauern die Genehmigungsverfahren für eine Stromleitung von Nord nach Süd 10 Jahre.“

Brudermüller erklärte weiter: „Wenn die gesamte Chemie-Industrie in Deutschland ihre Prozesswärme aus erneuerbaren Energien erzeugen würde, dann bliebe für den Rest von Deutschland nach derzeitigem Stand kein Strom aus erneuerbaren Quellen mehr übrig.

Nichts für die Stromtankstellen für unsere Elektro-Autos, nichts für die Beheizung unserer Häuser, nichts mehr. Wir brauchen eine enorme Beschleunigung bei der Bereitstellung von erneuerbaren Energien.“

Herbert Diess, CEO der Volkswagen AG, sagt:
„Wir brauchen eine CO2-Steuer. 100 Euro. Das wird das Verbraucherverhalten verändern.“ Und: „Wir brauchen eine Regulierung“.

Diess mit seinem klaren Bekenntnis zur E-Mobilität ist bereit und in der Lage, die Veränderungen in unserem Energiemix Richtung „Erneuerbare“ voranzutreiben. Er fordert deutlich mehr flankierende Unterstützung von der Politik. Diese muss klare Leitplanken definieren, zwischen denen sich alle bewegen dürfen und müssen.

Werner Baumann, CEO der Bayer AG, sagt:
„Deutschlands Wirtschaft braucht internationale Kooperation, um innovativ und fortschrittlich zu bleiben. Ich warne vor einer Rückkehr zu Protektionismus und Engstirnigkeit.“

Bei mir wachsen die Besorgnisse, dass wir mit unserem System, Entscheidungen herbeizuführen, keine Chance auf grundlegende Veränderungen, keine Chance auf einen großen Sprung nach vorne, haben. Unser System ist perfekt organisiert, jede gute Idee zuverlässig so lange auf „Konsensfähigkeit“ zu durchleuchten, bis andere uns auf beiden Seiten der Fahrbahn überholt haben und wir nur noch Rücklichter sehen.

1. Wir brauchen jetzt mindestens drei Parteien, um eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden.
Wie lange wird es wohl dauern, bis eine Einigung erfolgt?
Wie viele gute Ideen und Projekte, die uns wirtschaftlich nach vorne bringen könnten, werden niemals umgesetzt, weil nicht alle Teilnehmer an diesem Spiel zustimmen?

2. Wenn unsere Bundesregierung tatsächlich eine Entscheidung getroffen hat, folgt der Bundesrat.
Im Bundesrat sind sieben Fraktionen vertreten. Viele Gesetze brauchen die Zustimmung des Bundesrates. Dazu zählen auch Gesetze, die Auswirkungen auf die Finanzen der Länder haben. Für manche Gesetze ist die Zustimmung des Bundesrates mit einer Zweidrittelmehrheit erforderlich. Schauen Sie sich die Zusammensetzung dieses Bundesrates einmal genauer an.
Bundesrat-Zusammensetzung_Stand-16-09-2021
Noch Fragen?

3. Die Entscheidungen müssen in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Europäischen Kommission stehen.
Dies wird nicht dazu beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zu beschleunigen.

So lernen wir einmal mehr: unsere Art, Demokratie auszuleben, hat nicht nur Vorteile. Eine Regierung mit einfacheren Entscheidungs-Strukturen ist hier im Vorteil. Wir müssen einen Weg finden, die Grundsätze einer Demokratie umzusetzen, ohne zu viele Selbst-Blockaden einzubauen.

Wenn ich mit der Überschrift zu diesem Beitrag auf China verweise, meine ich definitiv nicht, dass wir alle Ideen dieser Regierungsart übernehmen sollten. Wir sollten jedoch einen aufmerksamen und kritischen Blick auf die Entwicklungen in diesem Land werfen und prüfen, ob wir uns nicht von der einen oder anderen Idee inspirieren lassen können.

Eine Fundgrube von Ideen liefert z.B. Wolfgang Hirn in seinem Buch „Shenzhen – die Weltwirtschaft von morgen“. (als Buch, als Kindle und als Hörbuch). Er schildert den Aufstieg der früheren Fischerdörfer in der Region des heutigen Shenzhen, nachdem die Behörden diese Region zu einer Wirtschafts-Sonderzone erklärt hatten und für diese Versuchs-Region alle Unterstützung bereitstellten, die eine Volkswirtschaft nach vorne treiben könnten. Damit entwickelte sich diese Region in wenigen Jahren aus einer Gruppe von einfachen Fischerdörfern heraus zum wirtschaftlichen Entwicklungszentrum des Landes mit 1,4 Milliarden Einwohnern – eine Stadt, die mit ihren 20 Millionen Einwohnern heute auf Augenhöhe mit dem Silicon-Valley der USA konkurriert.

Eine solche Idee könnten wir von China lernen. Freie Fahrt für die Wirtschaft. Wenn Regierung und Verwaltungsapparat die Wirtschaft unterstützen, statt sie mit ewigen Genehmigungsverfahren und Verboten zu behindern, dann könnte das noch was werden, mit einer „Agenda 2030“.

Bericht vom 14.9. – Interview und Fragerunde mit Armin Laschet
Am 14. September 2021, anlässlich des Interviews mit Armin Laschet auf dem Schiff ThePioneer One wurde auch die Frage aufgeworfen, wie unsere Jugend mit mehr Kenntnissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und die Funktion der Finanzmärkte ausgestattet werden könnte. Armin Laschet (ich saß nur zwei Meter von ihm entfernt und konnte ihn genau beobachten) überlegte etwas länger als bei den Fragen zu seinen politischen Zielen. Er meinte sodann, dass das Schulsystem sich nicht dem Risiko aussetzen sollte, Vorwürfe in Zusammenhang mit Lobbyismus zu provozieren.

Mein Eindruck: weder Armin Laschet, noch Olaf Scholz (Bundesfinanzminister, „ich lege mein Geld auf Konten an“) noch Peter Altmaier (Bundeswirtschaftsminister, „ich habe noch nie eine Aktie besessen“) haben eine Vorstellung davon, wie wichtig es ist, dass jedermann ein solides Grundverständnis über die Funktion unserer Finanzmärkte, über wirtschaftliche Zusammenhänge und über den Aufbau einer tragfähigen Altersversorgung haben. Insofern war dieses Event für mich enttäuschend, ernüchternd – und gleichzeitig motivierend, eine Serie von Videos zu erstellen.

Es geht weiterhin kein Weg daran vorbei: wir müssen uns unsere Kenntnisse selbst erarbeiten. Schade für jeden jungen Menschen für die verlorenen Jahre. Wer bereits zu Beginn seiner Berufsausbildung, im Alter von 15 bis 20 Jahren, eine Vorstellung hat, welche gewaltige Kraft der Zinseszinseffekt für unsere Vermögensbildung entfalten kann, der würde schon in diesem Alter mit einem Sparplan in Aktienfonds oder Aktien-ETFs beginnen – und wenn es monatlich nur 25 Euro wären.

Meine Tochter und Mit-Geschäftsführerin Carina von Oosten ist mir schon etwas voraus. Sie hat bereits begonnen, eine Serie von Videos zu erstellen, die junge, unternehmerisch denkende Frauen in die Finanzwelt einführen. Falls Sie, liebe Leserin, zu dieser Zielgruppe zählen:
...hier ist der Link zu ihrem Video.
Finanzlady-Carina-von-Oosten_Video_Was-bedeutet-fuer-Dich-Risiko_Vimeo
Männer müssen noch etwas warten. Ich bin nach dem Abend inmitten der Politprominenz sehr motiviert. Ich hab‘ jetzt verstanden: Von dieser Seite wird nichts kommen, was unsere Kenntnisse über Finanzmärkte verbessert. Wir müssen uns selbst helfen.

Hier noch ein Blick auf die Kapitalmärkte:
Kapitalmarktausblick per 1. Oktober 2021: volatil, aber kein Absturz
(ihrkonzept.de)
... und das Portfolio für die steuerbegünstige Versicherung
LVL70 - Musterportfolios 1-3: Ergebnisse per 30.09.2021 und Allokation ab Oktober (private-insuring.de)

Herzliche Grüße
Ihr Walter Feil
Ihre Carina von Oosten



Für nähere Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie erreichen uns wie folgt:

Walter Feil: Tel. 07223 – 990 98 11, Mail: wf@ihrkonzept.de
Carina von Oosten: Tel. 07223 – 990 98 13, Mail: co@ihrkonzept.de