Aktienmärkte weiterhin mit guten Aussichten – Zinserträge bleiben tief

Geposted von Walter Feil am

Der international anerkannte Informationsdienst „Capital Economics“ veröffentlicht in seinem jüngsten KEY CALLS vom 21.09.2020 eine Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung einmal rund um den Globus. Ich habe eine Zusammenfassung des umfangreichen in English übermittelten Dossiers für Sie erstellt:

Globale Aktienmärkte

Die wirtschaftliche Erholung wird sich fortsetzen, jedoch mit nachlassendem Tempo. Aktien werden weitere, allmähliche Kurszuwächse liefern. Die beste Entwicklung könnten einige Schwellenländer sowohl mit ihren Aktienmärkten als auch mit ihren Währungen bieten. Die Weltwirtschaft wird „keinen bleibenden Schaden“ erleiden. Die Erholung auf Vorkrisenniveau wird jedoch „mehrere Jahre“ dauern. Die Politik wird die nächsten Jahre noch mehr Unterstützung als derzeit erwartet liefern, obwohl vermutlich einige Notfall-Maßnahmen zurückgenommen werden müssen.

Zinsen und Währungen

Die Renditen von sicheren Staatsanleihen noch sehr lange niedrig bleiben. Der USD wird wegen der fortgesetzt niedrigen Zinsen weiterhin unter Abwertungsdruck sein.

Inflation

Obwohl die Fed gemäß ihrer neuen Ausdrucksweise bei der Steuerung der Geldwertstabilität eine „durchschnittliche Inflationsrate“ formuliert hat, wird es in den nächsten Jahren noch keine starke Geldentwertung geben. Wenn die aktuell sehr lockere Geldpolitik ungebremst fortgesetzt wird, könnte dies jedoch in vielleicht drei bis fünf Jahren zu einer deutlich höheren Inflation führen.

USA

Die Zinsen bleiben, wie die Fed vor wenigen Tagen klargestellt hat, mindestes bis 2023 auf dem jetzigen niedrigen Niveau. Es wird vermutlich in Kürze noch weitere unterstützende Maßnahmen geben, um die wirtschaftliche Entwicklung noch vor dem Wahltermin (3. November 2020) positiv zu beeinflussen. Dauerhafte Stimuli werden jedoch nur erwartet, wenn eine der beiden großen Parteien die volle Kontrolle über den Kongress gewinnt.

Eurozone

Die Länder der Eurozone entwickeln sich nach dem Einbruch deutlich unterschiedlich. Deutschland kommt schneller aus der Krise als z.B. Italien und Spanien. Die Erholung bis auf Vorkrisenniveau für die gesamte Eurozone wird bis 2022 dauern. Die Zinsen bleiben niedrig, die Inflation bleibt sehr gering, deutlich unter dem von der EZB angestrebten zwei Prozent, obwohl die EZB weiterhin eine sehr expansive Geldpolitik betreibt. Das BIP der nordischen Länder wächst schneller als im Rest Europas.

Asien

Asien kam bisher schneller aus der Krise heraus und wird diese Entwicklung fortsetzen. China wird weiterhin sehr hohe Investitionen in die Infrastruktur leisten und damit schneller als erwartet wachsen. Bis Jahresende 2020 wird das Vorkrisenniveau wieder erreicht sein. Allerdings führen die staatlich gelenkten Investitionen zu Fehl-Allokationen und langfristigen Wachstumshemmnissen. Für die gesamte Region Asien wird für 2020 ein Rückgang des BIP von nur 2,5 % erwartet, mit einem Anstieg des Wachstums in 2021 auf 10 %.

Lateinamerika

Die starke Ausbreitung des Virus in Brasilien und anderen Ländern Lateinamerikas bremsen die wirtschaftliche Entwicklung 2020 sehr stark. Eine Erholung wird später als in anderen Regionen einsetzen und dann die Börsenkurse in 2021 und 2022 wieder stützen.

Fazit/Kommentar:

Aus dieser Einschätzung ziehe ich den Schluss, dass neben den Branchen mit besonders starkem Wachstum wie zum Beispiel Technologie, Biotechnologie und ganz allgemein das Gesundheitswesen zunächst die Aktienmärkte einiger Länder in Asien und mit Verzögerung einiger Länder in Lateinamerika vielversprechend erscheinen. 

Walter Feil